Andachten

Setz dich doch!

Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie  auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.
Offenbarung 3,21

Gott sitzt auf dem Thron. Nun, das ist keine neue Erkenntnis für einen Christen, doch genau diese Tatsache hat mich in den letzten Tagen neu begeistert. In einem Seminar machte uns Benedikt Peters darauf aufmerksam, dass im ganzen Alten Testament Gott der einzige ist, der im Himmel sitzt. Als ich diese Aussage mit unserem heutigen Vers verknüpfte, begeisterte mich Gottes große Gnade ganz neu. Alle anderen Wesen, ob Menschen oder Engel stehen entweder in seiner Gegenwart oder sie fallen nieder und beten Gott an.

So lesen wir zum Beispiel bei Jesaja:

Im Todesjahr des Königs Usija, da sah ich den Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Thron, und die Säume seines Gewandes füllten den Tempel. Serafim standen über ihm. Jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Gesicht, mit zweien bedeckte er seine Füße, und mit zweien flog er.
Jesaja 6,1.2

Wir sehen, dass es selbst den heiligen Seraphim nicht erlaubt ist, in Gottes Gegenwart zu sitzen. Gott sitzt auf seinem hohen und erhabenen Thron und die Seraphim müssen stehen. Nicht einmal Satan und seine Engel, die ja gegen Gott rebellieren, erdreisten sich, in Gottes Gegenwart zu sitzen. Dies wissen wir aus dem Buch Hiob.

Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor den HERRN zu stellen; und auch der Satan kam in ihrer Mitte.
Hiob 1,6 (ELB, CSV Hückeswagen)

Gott alleine kommt die Ehre zu im Himmel zu sitzen, alles andere steht ehrfürchtig vor ihm oder fällt nieder angesichts seiner Größe oder Heiligkeit. Umso erstaunlicher muss es für einen Juden gewesen sein, dass Gott zum Messias spricht „setze dich zu meiner Rechten“. Dieser Vers alleine reichte aus um sie glauben zu lassen, dass der Messias auch gleichzeitig Gott ist. Ansonsten wäre das Sitzen in Gottes Gegenwart etwas unerhörtes Gewesen. Aus Hebräer 10 wissen wir, dass Jesus sich, nachdem er sich Gott als Sündopfer dargebracht hat, für immer zur Rechten Gottes gesetzt hat (10,12). Verdientermaßen würden wir sagen, denn schließlich hat er sein Werk vollendet, dass er von seinem Vater bekommen hat. Jesus ist Gott und sitzt nun mit seinem Vater auf dem Thron.

So weit so gut. Doch unser heutiger Vers spricht etwas an, was für einen Juden unerhört geklungen haben muss. Jesus, der Messias, der Sohn Gottes, verheißt seinen Überwindern etwas, was nur Gott selbst zukommt. Sie dürfen einmal mit Jesus selbst auf seinem Thron sitzen! Welch eine unglaubliche Verheißung. Wir erhalten buchstäblich ein Vorrecht, welches nur Gott vorbehalten ist. Können wir überhaupt ermessen, welches Vorrecht es ist, in Christus angenommen zu sein und solche Verheißungen von ihm persönlich zu erhalten?

Beachten wir zum Schluss noch, wem diese Verheißung gegeben wurde. Diese Leute waren nicht gerade wie die Glaubenshelden aus Hebräer 11, wo wir die Verheißung noch am ehesten verstehen würden. Nein, die Verheißung ergeht an Laodizäa, die Gemeinde, die kein Lob sondern nur Tadel von Christus erhält in seinen Sendschreiben. Wie wunderbar! Wir sind nicht besser als Laodizäa und Christus schämt sich nicht, der Gemeinde im Falle der Bußfertigkeit diese Verheißung zu machen. Du und ich dürfen einmal zusammen mit Christus auf seinem Thron sitzen. Welche Gnade wenn er einmal zu dir spricht: Setz dich doch, mein Kind!