Andachten

Joseph – ein Typus auf Jesus hin (8)

So kommt nun und lasst uns ihn erschlagen und ihn in eine der Zisternen werfen, und wir wollen sagen: Ein böses Tier hat ihn gefressen! Dann werden wir sehen, was aus seinen Träumen wird. (1.Mo 37,20) Kommt, lasst uns ihn an die Ismaeliter verkaufen; aber unsere Hand sei nicht an ihm, denn unser Bruder, unser Fleisch ist er! (1.Mo 37,27)

Josephs Brüder hatten vor, ihn umzubringen, indem sie ihn in eine Zisterne warfen, sodass er darin qualvoll sterben sollte. Nachdem sie Joseph in die Zisterne geworfen hatten, setzten sie sich um zum essen. Während sie gerade dabei waren, zusammen zu essen, sahen sie eine Karawane vorbei ziehen. Beim Anblick der Karawane kam ihnen dann die Idee, Joseph einfach zu verkaufen, denn dadurch waren sie nicht Schuld an seinem Tod. Gedacht, getan. Sie schnappten Joseph daraufhin aus der Zisterne und verkauften ihn an die Karawane, die auf dem Weg nach Ägypten war.

Kommen wir nun zu Jesus. Wir wissen, dass so wie die Brüder Joseph los haben wollten, wollten die Juden Jesus los haben. Denn wir lesen:

Sie (Juden) aber schrien: Weg, weg! Kreuzige ihn! (Joh 19,15a)

Die Juden wollten Jesus tot sehen! Aber nicht durch den Tod in einer Zisterne, sondern durch dem Tod am Holz.

Wir sahen oben, dass Joseph aber dann doch nicht getötet wurde, sondern verkauft. Von Jesus allerdings lesen wir:

Und er selbst trug sein Kreuz und ging hinaus nach der Stätte, genannt Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgatha heißt, wo sie ihn kreuzigten (Joh 19,17-18a)

Jesus wurde nicht wie Joseph verschont. Jesus wurde tatsächlich getötet. Jesus wurde tatsächlich gekreuzigt. Es gab keinen Plan B wie bei Joseph. Jesus musste sterben und das alles nur, weil er uns zur Hilfe kam. Er sah unser Problem und was macht der Mensch? Er tötet ihn!

Ich möchte dieses unfassbar törichte Verhalten mit einem Beispiel verdeutlichen. Stell dir mal vor, du bist seit deiner Geburt unheilbar krank. Dein Leben lang tust du bereits alles was in deiner Macht steht, dass du wieder gesund wirst. Du rennst von Arzt zu Arzt, du machst Therapie nach Therapie, aber nichts hilft. Dann, auf einmal klopft  ein Arzt aus Afrika an deiner Tür, der extra mehrere Stunden mit dem Flugzeug angereist ist, weil er von deiner Not gehört hatte und genau weiß, wie man diese Krankheit heilen könnte und du sagst nur zu ihm: “Weg, weg mit dir!”, weil du ihm nicht glaubst. Zu allem Entsetzen bist du sogar so über sein Angebot der Hilfe genervt, dass du ihn tötest. 

Ich denke kein Mensch auf dieser Welt, würde so dumm und grausam in so einer Situation handeln? Jeder würde die Hilfe sofort annehmen. Aber warum machen wir bei Jesus eine Ausnahme?