Andachten

Gottes Gemeinde

Nimm dir kurz Zeit und ließ diesen Psalm in Ruhe durch:

Ein Wallfahrtslied, gesungen auf dem Weg hinauf nach Jerusalem. Von David.

Wie sehr habe ich mich gefreut, als andere zu mir sagten: »Lasst uns zum Haus des Herrn pilgern!« Und dann standen wir in deinen Toren, Jerusalem. Jerusalem, wie beeindruckend bist du erbaut – eine Stadt, in der Haus an Haus fest errichtet steht! Dort hinauf zogen schon immer die Stämme ´Israels`, die Stämme des Herrn. Es ist eine feste Ordnung für Israel, dort den Namen des Herrn zu preisen. Denn dort ist auch der Sitz des obersten Gerichts, der Thron des Königshauses Davids. Wünscht Jerusalem Frieden! Friede und Glück komme über alle, die dich, Jerusalem, lieben! Ja, Friede herrsche innerhalb deiner Stadtmauern, Ruhe und Glück in deinen Palastanlagen. Wegen meiner Brüder und Freunde ´dort` will ich dir Frieden zusprechen. Weil in dir das Haus des Herrn, unseres Gottes, steht, will ich nur das Beste für dich suchen! (Ps 122)

Früher zogen die Pilger mehrmals jährlich zu den verschiedenen Festen nach Jerusalem zum Tempel. Sobald sie die heilige Stadt in der Ferne erblickten, wurden sie mit großer Freude erfüllt (Vers 1). Diese Pilger liebten diese Stadt und sie beteten für ihr Wohlergehen (Verse 6.7). Jeder Hinaufzug zu dieser Stadt war ein ganz besonderes und schönes Ereignis im Jahr. Und zu diesen Ereignissen hat man dann ganz bestimmte Lieder, die sogenannten „Wallfahrtslieder“ oder auch „Lieder der Hinaufzüge“, gesungen. Bei uns in der Bibel sind das die Psalmen 120-134.

Was Jerusalem für die Juden war ist die Gemeinde für alle, die an Christus glauben. Diese historische Stadt hatte nur vorausgeschattet, was sich einmal in Christus vollkommen erfüllen sollte. Wer an Christus glaubt, der ist ein Bürger des himmlischen Jerusalem (Hebr 12,22-24; Phil 3,20). Die Gemeinde ist nun der Tempel Gottes (Eph 2,21). Sie wurde vom alttestamentlichen Tempel nur vorausgeschattet.

Ich habe mir oft vorgestellt, wie schön es gewesen sein muss in so einem prunkvollen Tempel, wie er zu Salomos Zeiten war, Gott anzubeten. Die vielen kostbaren Gefäße; die vielen prachtvollen Vorhänge; die kostbaren goldenen Geräte etc. Doch all das war nur ein Schatten. Das war nicht das, worum es eigentlich ging. Wenn die Leute damals schon so erfreut waren, zum Tempel hinaufzuziehen, wie viel mehr sollten wir uns denn dann freuen, wenn wir Sonntag für Sonntag zusammenkommen um dem HERRN der Welt Gottesdienste zu feiern?

In Christus hat sich der Schatten erfüllt. Er ist der wahre Tempel (Joh 2,19-21). Und die Gemeinde, die Christi Leib ist, ist der Tempel Gottes (1. Kor 6,19). Wir als Leib Christi, als Gemeinde sind der Ort, wo der lebendige Gott wohnen möchte. In uns als Gemeinde, als Gottes Haus (Hebr 3,6) sollten wahre Opfer dargebracht werden zur Ehre Gottes. Jedes Gemeindeglied sollte sich als Priester (1.Petr 2,9) verstehen, der wenn er sonntags in den Gottesdienst geht, dazu da ist um Gott zu ehren.

Diese Sicht sollte unseren Blick für unsere Gemeinde ändern. Wir sollten uns wie die Juden damals über sie freuen (Vers 1). Auch wenn uns die Predigten teilweise nicht gefallen, wenn die Lieder qualitativ zu Wünschen übrig lassen und wenn manch ein Gemeindemitglied sich unangemessen verhält – wir sollten dankbar für und fröhlich über Gottes geniale Idee der Gemeinde sein. Gott hat sich ein Volk erlöst und dieses zu Königen und Priestern gemacht. Als Priester sollten wir treu im Tempel Gottes, der Gemeinde dienen und Ihm Ehre bereiten. Er ist so groß und kann nie genug gelobt werden. Genau deshalb sollten wir niemals müde werden, das zu tun.