Andachten

Randfiguren der Bibel – Nikolaus (16/20)

Und die Rede gefiel der ganzen Menge; und sie erwählten […] Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. (Apg 6,5)

Jedes Jahr am 6. Dezember -so wie heute- feiert die Gesellschaft Nikolaus. Das bedeutet in vielen Familien: Schon am Vorabend werden die Stiefel bereit gestellt, um sie am Morgen des Nikolaustages dann mit Süßigkeiten und Obst gefüllt vorzufinden.
Der Brauch der Nikolaus-Feier kommt ursprünglich aus der Verehrung des Heiligen Nikolaus von Myra, dem seit dem 6. Jahrhundert gedacht wird. Den Legenden auf den Grund zu gehen, ist allerdings schwierig. So gibt es über Bischof Nikolaus von Myra nur wenige belegte Tatsachen. Überlieferungen zufolge wurde Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara, einer kleinen Stadt in Lykien, geboren.

Mit 19 Jahren soll Nikolaus von seinem Onkel zum Priester und zum Bischof von Myra geweiht worden sein. 310 wurde er dann Überlieferungen zufolge während der Christenverfolgung gefangen genommen und gefoltert. Er überlebte beides – und soll auch am Konzil von Nicäa beteiligt gewesen sein. Nach seinem Tod an einem 6. Dezember der Jahre 345, 351 oder 365 wurde Nikolaus in seiner Bischofskirche beigesetzt.

Im Westen kannte man Nikolaus seit dem 8. Jahrhundert. Ganz besondere Verehrung erfuhr er aber, nachdem seine Gebeine von italienischen Kaufleuten im Jahr 1087 in Kleinasien geraubt, nach Bari in Apulien gebracht und dort für diese Reliquien eine große Basilika erbaut wurde. (Quelle: Augsburger Allgemeine; 05.12.2018)

Die Bibel jedoch stellt uns den ersten prominenten Nikolaus in einem interessanten Kontext vor:
Bei der täglichen Essensausgabe für die Witwen kam es in der ersten Gemeinde dazu, dass die Christen aus heidnischer Vergangenheit übersehen wurden und sie somit vernachlässigt wurden. Dies mag so ausgesehen haben, dass ihr Anteil deutlich geringer ausfiel als derjednige der hebräischen Witwen oder sie gänzlich leer ausgingen. Das führe natürlich zu Spannungen und Streit, sodass es nun weise und fähige Männer brauchte, um zu vermitteln!
Sieben Männer wurden auserkoren, einer sticht dabei besonders hervor: Nikolaus, der Proselyt. Er war ein Mann mit gutem Ruf, voller Geist und Weisheit (Apg 6,5), welchem man eine verantwortungsvolle Aufgabe übergeben konnte. Nikolaus, dessen Name „Volksbezwinger“ bedeutet machte seinem Namen alle Ehre: Er schloss die Kluft zwischen den Christen aus dem Heidentum und denen aus dem Judentum. Er trug dazu bei, dass Frieden in die Gemeinde einkehrte und von dieser Problematik nie mehr in Gottes Wort zu vernehmen war.

Welches Ergebnis brachte das Wirken der Diakone (deutsch: Helfer, Diener), bei denen sogar ein zum Gesetz und später zum  Christentum konvertierter Ausländer gehörte?
Die Antwort finden wir in Apg 5,7: Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich sehr; und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam.

  1. Gottes Wort wuchs! Nikolaus trug dazu bei, dass das Wort Gottes, welches Menschenherzen überführt und verändert Raum gewann.
  2. Es kamen auffällig viele Menschen zum Glauben, da das besonnene Eingreifen auch eines Nikolaus`dazu führte, dass Menschen sich retten ließen und Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft der Christen wurden.
  3. Über dies hinaus kam sogar die schwierigste Gruppe von Menschen zum Glauben: Die gesetzlichen Priester! Das Handeln eines Nikolaus, der vom Geist Gottes geführt und mit aller Weisheit ausgestattet gebrauchte Gott, um zu Seiner heiligen Gemeinde hinzu zu tun.

Ein Gegner des Nikolauskults war übrigens der Reformator Martin Luther. Er hielt seine Verehrung am 6. Dezember für ein „kyndisch Ding“ und versuchte, das Beschenken der Kinder auf Weihnachten zu verlegen – und zwar durch das Christuskind, welches als Sohn Gottes das größte aller Geschenke, nämlich die Erlösung, erbracht hat!

Nikolaus der Proselyt zeigt uns, dass Gott mit einem zwischen den Seilen Hängenden, -er war nicht mehr heidnisch, aber auch teilweise nicht völlig als Jude anerkannt- Seine Gemeinde baut und ihn wirksam ausstattet! Nikolaus lehrt auch dich und mich uns dort von Gott gebrauchen zu lassen und um Weisheit zu bitten, wo wir Not und Unfrieden erkennen, sodass auch wir Volksüberwinder werden können, die Gottes Namen durch unser Handeln groß machen.