Andachten

Die Notwendigkeit, Gottes Kinder im Glauben zu stärken

Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen.
Apostelgeschichte 14,22

Sehr häufig begegnen wir in der heutigen Christenheit dem Phänomen, dass Menschen, die „frisch“ zum Glauben gekommen sind, von den Gläubigen allein gelassen werden. Der Evangelist kommt, es bekehren sich einige Menschen und dann zieht der Evangelist weiter. Bestenfalls wird der Neugläubige noch zu irgendeinem Hauskreis eingeladen oder ihm werden großzügiger Weise die Uhrzeiten der wöchentlichen Gottesdienste mitgeteilt.

Die Nachsorge bei den jungen Gläubigen wird häufig sehr vernachlässigt. Von einem „hauptberuflichen Evangelisten“ erwartet man dies schon gar nicht. In der Bibel begegnen uns allerdings zwei völlig andersartige Vorbilder: Paulus und Barnabas. Der wahrscheinlich größte Evangelist aller Zeiten und sein treuer Mitarbeiter Barnabas sorgten sich sehr um Gottes Volk, auch – oder vor allem – nachdem die Menschen zum Glauben gekommen waren. In unserem heutigen Vers und auch an mindestens zwei anderen Stellen wird dies sehr deutlich:

der [d.i. Barnabas] freute sich, als er hingekommen [nach Antiochia in die neu entstandene Gemeinde; Anm. d. Verf.] war und die Gemeinde Gottes sah, und ermahnte alle, mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren.
Apg. 11,23

Und als er [d.i. Paulus] einige Zeit dort zugebracht hatte, reiste er ab und durchzog der Reihe nach die galatische Landschaft und Phrygien und stärkte alle Jünger.
Apg. 18,23

Die Stärkung bereits „bestehender“ Jünger würde heute nicht unbedingt auf die Stellenbeschreibung eines Evangelisten gesetzt werden. Für Paulus und Barnabas war dies aber ein elementarer Bestandteil ihrer Arbeit. Warum war dies so? Nun, weil Kinder Gottes Stärkung nötig haben. Sie erleben in dieser Welt viel Not, Leid und Ablehnung, kurz, viele Bedrängnisse.

In jedem Christenherzen kommen von Zeit zu Zeit Zweifel auf. Hier ermahnte Barnabas die Gläubigen, mit einem Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren. Dies schließt bewusstes Vertrauen und bewusste Hingabe trotz widriger Umstände ein. Paulus und Barnabas gingen akribisch vor, denn sie durchzogen „der Reihe nach“ die verschiedenen Gebiete und stärkten „alle Jünger“. Jeder von uns braucht Stärkung und Ermutigung, bei unserem Gott zu verharren und ihm fest zu vertrauen, vor allem im Leid. Wir sehen, dass unseren beiden Vorbildern diese „Nachsorge“ genauso wichtig war, wie die erstmalige Verkündigung des Evangeliums an gottesfernen Orten.

Mögen wir heute von Paulus und Barnabas lernen. Beginnen wir doch damit, die uns bekannten Glaubensgeschwister neu  zu stärken und zu ermutigen weiterhin fest auf Gott zu vertrauen. Wir haben gegenseitiges Stützen so nötig! In allen widrigen Umständen dürfen wir gestärkt durch unsere Mitgeschwister und den Beistand des Heiligen Geistes freudig vorwärts gehen und im Glauben verharren. So dürfen wir siegreich das Reich Gottes erwarten, auch wenn uns noch viele Bedrägnisse bevorstehen, durch welche hindurch wir ins Reich Gottes gelangen. Gott sei die Ehre, der uns sein anvertrautes Gut bewahren wird, bis auf den Tag Jesu Christi!