Andachten

Was sagen die Sprüche über den Gerechten? (2/4)

Heute möchten wir uns kurz drei Verse aus Sprüche 14 anschauen:

Wer in seiner Geradheit wandelt, fürchtet den Herrn; wer aber in seinen Wegen verkehrt ist, verachtet ihn. (Sprüche 14,2)

Werden nicht irregehen, die Böses schmieden, aber Güte und Wahrheit [finden], die Gutes schmieden? (Sprüche 14,22)

In seinem Unglück wird der Gottlose umgestoßen, aber der Gerechte vertraut [auch] in seinem Tod. (Sprüche 14,32)

In diesen Versen lernen wir drei Charaktermerkmale eines Gerechten: 1. Gottesfurcht, 2. Güte und Wahrheit und 3. Zuversicht über den Tod hinaus.

Ein Gerechter wird als ein solcher beschrieben, der Gott fürchtet, sprich, seinen Charakter kennt und ehrfürchtig ich vor ihm lebt. Wir erinnern uns an diverse Verse, in denen zum Ausdruck kam, dass Gottesfurcht der Anfang aller Weisheit ist. Ein Gerechter ist demnach jemand, der Weisheit besitzt, beziehungsweise, ein Weiser ist jemand, der gerecht lebt. Ich verstehe es so, dass wenn die Sprüche jemanden als einen „Gerechten“ bezeichnen, mehr gemeint ist, als ein Lebensstil. Es ist vielmehr ein Synonym zu einem Wiedergeborenen, einem Kind Gottes, einem „wahren Juden“ (vgl. Röm 2,29). Demnach ist Gottesfurcht ein Kennzeichen wahren Glaubens und echten Christseins. Es ist ein Erkennungsmerkmal für ein Kind Gottes. Menschen die Gott nicht fürchten, die auch nicht wissen, warum Gott zu fürchten ist, kennen ihn nicht und sind folglich nicht von Gott erkannt (wiedergeboren).

Güte und Wahrheit ist das, was Menschen indirekt oder direkt erstreben. Keiner will bewusst eine Lüge leben, man will authentisch und echt sein. In dem hebräischen Wort für Güte steckt das Wort „chesed“, was ein großes Bedeutungsspektrum hat. Es umfasst Begriffe wie Freundlichkeit oder Liebe zwischen Menschen aber auch eine von Liebe und Gnade gekennzeichnete Beziehung zu Gott bzw. Gnade und Liebe Gottes für die Menschen. Es beschreibt also ein Leben, das in all seinen Beziehung richtig und in bester Ordnung und Frieden ist – perfekte Ruhe in der Gnade und Freundlichkeit Gottes die sich auch auf die Beziehungen zu Menschen auswirkt. Es gibt nichts, was den Menschen mehr erfüllen könnte.

Der letzte Punkt umfasst eine feste Zuversicht im Leben, die über den Tod hinausgeht. Ein Mensch, der Gott erkannt hat, hat auch dessen Heiligkeit erkannt und demnach seine eigene Sündhaftigkeit und seinen ungenügenden Zustand vor Gott beziehungsweise seine Vergebungsbedürftigkeit. Doch da er ein Gerechter ist (und gemäß der Offenbarung des Neuen Testamentes wissen wir, dass ein Mensch nur gerecht sein kann, wenn ihm Christi Gerechtigkeit von Gott angerechnet wird), hat er eine feste Hoffnung darauf, was mit ihm nach seinem Tod geschehen wird – er darf auf Ewigkeit in der herrlichen Gegenwart Gottes verweilen und muss nicht die Strafe für seine Sünde tragen.

Lasst uns Gott dafür danken, dass er uns gerecht gemacht hat und uns damit alles geschenkt hat, bzw. zu allem befähigt hat, was wir in den Sprüchen über einen Gerechten lesen.

Die Sprüche (38/100)