Andachten

Joseph – ein Typus auf Jesus hin (10)

Und es geschah nach diesen Dingen, da warf die Frau seines Herrn ihre Augen auf Joseph und sagte: Liege bei mir! Er aber weigerte sich und sagte zu der Frau seines Herrn: Siehe, mein Herr kümmert sich um nichts bei mir im Haus; und alles, was er besitzt, hat er in meine Hand gegeben. Er selbst ist in diesem Haus nicht größer als ich, und er hat mir gar nichts vorenthalten als nur dich, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich dieses große Unrecht tun und gegen Gott sündigen? Und es geschah, obwohl sie Tag für Tag auf Joseph einredete, hörte er nicht auf sie, bei ihr zu liegen, mit ihr zusammen zu sein. Da geschah es an einem solchen Tag, dass er ins Haus kam, um sein Geschäft zu besorgen, als gerade kein Mensch von den Leuten des Hauses dort im Haus war, da ergriff sie ihn bei seinem Gewand und sagte: Liege bei mir! Er aber ließ sein Gewand in ihrer Hand, floh und lief hinaus. Und es geschah, als sie sah, dass er sein Gewand in ihrer Hand gelassen hatte und hinausgeflohen war, (1. Mose 39,7-13)

Wir sahen letzte Woche, dass der Herr das Haus des Potifar segnete, um Josephs willen. Es muss wohl ein ganz neuer Wind in dem Haus geweht haben, der zu einem schönen Miteinander und Erfolg bei ihrer Arbeit geführt haben muss. Die Frau des Potifar hat das alles miterleben dürfen und musste schwer beeindruckt gewesen sein von Joseph. Zudem wissen wir auch, dass Joseph schön anzusehen war (1.Mo 39,6). Dies alles brachte in der Frau des Potifar ein tiefes Verlangen hervor, mit Joseph zu schlafen. Geleitet von ihrer Lust, versuchte sie tagtäglich Joseph mit ihren Worten zu verführen, doch Joseph hörte nicht auf sie. Eines Tages aber, als sie und Joseph nur alleine in dem Haus waren, beließ sie es nicht bei dem reden, sondern packte Joseph an seinem Gewand und sagte, dass er doch mit ihr Schlafen soll. Daraufhin floh Joseph aus dem Haus.

Wie schön ist das doch zu sehen, dass Joseph trotz dieser schweren Versuchungen standhaft blieb und den Versuchungen nicht nach gab.

Diese Begebenheit erinnert mich stark an Jesus, als er von Satan höchstpersönlich versucht wurde (Mat 4,1-11). Jesus war bereits 40 Tage ohne Essen und Trinken in der Wüste unterwegs und dann kam Satan und versuchte ihn drei Mal. Diese Versuchungen lassen sich wie folgt Zusammenfassen (William MacDonald):

  1. Die Lust der Augen: Bete mich an und erhalte dafür die Herrschaft über die ganze Welt.

     2. Die Lust des Fleisches: Befiehl diesen Steinen, dass sie Brot werden.

     3. Der Hochmut des Lebens: Versuche Gott, indem Du von der Zinne des Tempels                   springst. 

Jesus wurde aufs härteste versucht, aber er blieb Gott gehorsam und somit standhaft.

Wir sahen, dass sowohl Joseph als auch Jesus mit schweren Versuchungen zu kämpfen hatten und beide, den Versuchungen nicht nachgaben, weil ihnen der Gehorsam gegenüber Gott viel wichtiger war.

Ich denke wir können einiges von dem Verhalten Josephs und Jesus im Umgang mit Versuchungen lernen. Hier ein paar wenige Gedanken:

  1. Führe dir immer wieder vor Augen, welche tiefreichende Folgen das Nachgeben der Versuchung mit sich bringen kann. (Joseph –> Jobverlust etc.; Jesus –> er hätte nicht mehr für die Menschheit sterben können, weil er somit gesündigt hätte).
  2. Sei dir bewusst gegen wen du sündigst (Joseph hätte gegen Potifar gesündigt; Jesus gegen Gott selber).
  3. Fliehe der Versuchung wie Joseph, wenn nötig, vermeide den Kontakt mit den dich zu versuchenden Objekten/Personen.
  4. Studiere Gottes Wort, damit du lernst, damit umzugehen (Jesus vereitelte die Angriffe des Satans mit Zitaten aus dem alten Testament).
  5. Strebe eifrig danach, Gott mehr zur erkennen, damit du aus dieser Erkenntnis heraus verändert wirst und mehr und mehr die Sünde zu hassen lernst.