Andachten

Randfiguren der Bibel – Aphia (17/20)

Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, Philemon, dem Geliebten und unserem Mitarbeiter, und Aphia, der Schwester, und Archippus, unserem Mitkämpfer, und der Gemeinde, die in deinem Haus ist: (Phm 1-2)

Aphia, was soviel wie die Hervorbringende bedeutet, wird einmalig in der Bibel erwähnt. Und doch ist sie nicht nur eine von vielen, sondern eine besondere Frau. Sie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ehefrau des reichen Philemons gewesen, welcher durch Paulus zum rettenden Glauben kam (V. 19) und dessen Sklave Onesimus rechtswidrig bereichert hatte (V. 18) und daraufhin floh (V. 15-16).

Aphia war sowas wie die starke Frau, welche hinter dem Gemeindeleiter Philemon stand. Sie wird explizit gegrüßt, indem Paulus auch ihr die Gnade und Friede von Gott dem Vater zuspricht (V. 3)

Was macht diese Frau so besonders? Aus Gottes Wort erfahren wir nur, dass sie eine Schwester (ein Synonym für eine Gläubige Frau) war. Manche Ausleger meinen, dass sie auch die Mutter des erwähnten Archippus war, der als Mitkämpfer der Gemeinde bezeichnet wird.
Weder wird sie als Mitarbeiterin noch als Mitkämpferin bezeichnet – und dennoch gilt auch ihr die Gnade und der Friede Gottes!
Man kann sich vorstellen, dass sie als Stütze und Rückhalt eine Menge Arbeit zu verrichten hatte! Als Hausfrau hatte sie alle Hände voll zu tun!
30 Jahre n. Chr. wurde die Gemeinde bedrängt, Rom wurde durch die Pharisäer und Christusfeinde gegen die Gemeinde angestachelt und man hatte große Mühe zwischen echten und unechten Christen zu unterscheiden.

Aphia ist eine der Frauen gewesen, die im Hintergrund den Männern die Arbeit erleichtere, ja vielleicht sogar ermöglichte!
Was wäre ein C. H. Spurgeon ohne seine geliebte Susannah gewesen? Wären seine Werke so überhaupt zustande gekommen? Oder denken wir an Georg Müller, der Waisenvater von Bristol: Wie hätte sein Wirken wohl ausgesehen, wäre Mary Groves ihm nicht so treu zur Seite gestanden? Oder betrachten wir das Zeugnis von Sarah über ihren Mann Jonathan Edwars indem sie ihrem Bruder schrieb: Es ist wunderbar zu sehen, wie er die ganze Zuhörerschaft gefangennimmt indem er die einfachsten Wahrheiten der Bibel darlegt. Ich habe gesehen, wie über tausend Menschen in atemloser Stille an seinen Lippen hingen…
Wir könnten mit John Wesley weiterfahren, welcher über George Whitefileds Frau Elisabeth zu berichten wusste: Sie nahm uns freudig auf, wie sie es eh und je getan hatte.

Whitefield selbst beschreibt seine Frau seinem Freund Gilbert Tennet wie folgt:
Ich habe eine Frau geheiratet, die eine Witwe ist, etwa sechsunddreißig Jahre alt, die seit mehreren Jahren einen Haushalt geführt hat. Sie ist  weder reich noch schön, aber ich glaube, ein treues Kind Gottes, und sie wird mich nicht in Seinem Werk für die Welt zu hindern suchen.

Frauen dieses Kalibers -wie Aphia eine war- sind die Stabilität und Stütze der Männer Gottes von je her gewesen!

Aus der Kirchengeschichte erfahren wir, dass Aphia unter Kaiser Nero den Märtyrertod erlitt. Sie soll sich gemeinsam mit ihrem Mann Philemon, deren Sohn Archippus und dem wiedergekehrten Sklaven Onesimus geweigert haben, an heidnischen Opferkulten teilzunehmen. Daraufhin verurteilte der Statthalter Artokles sie zum Tode und ließ sie steinigen.

Treu bis in den Tod hielt Aphia den Dienern Gottes den Rücken frei und stellte sich somit als ein ebenbürdiges Werkzeug in den Dienst des Herrn. Sowohl der 19. Februar als auch der 22. November sind ihr von der Kirche als Gedenktage gewidmet worden.

Aber auch ohne diese Tage in Ehren zu halten sind wir gut beraten, es einer Aphia gleich zu tun und die Werkzeuge Gottes zu ermutigen, zu stärken, ihnen dienstbar zu sein und schlussendlich dadurch Gott unseren Gehorsam und Ehrerbietung zu bringen, indem wir die Arbeit an Seinem Reich durch unsere Möglichkeiten unterstützen.