Andachten

Gott gibt denen Gutes, die ihn bitten!

„Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird geöffnet werden. Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben wird? Und wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!“ (Matthäus 7,7-11)

Im sechsten Kapitel des Matthäusevangeliums hatte uns Jesus gezeigt, wie wir beten sollen und damit den Inhalt unserer Gebete angesprochen. An dieser Stelle der Bergpredigt geht es Jesus mehr um die Art und Weise, wie wir beten sollen und darum, uns Beter zu ermutigen anhaltend und im Vertrauen auf Gottes Handeln zu beten.

Wie wir an dem Gleichnis Jesu von der Witwe und dem ungerechten Richter (Lk 18,1-8) sehen können, möchte Jesus, dass wir beständig beten und nicht nachlässig darin werden sollen. Auch die Verben bittet, sucht und klopft an spiegeln genau dieses Verhalten wieder. Jesus spricht hier von einem inständigen Bitten, wie die Witwe, die Tag und Nacht den Richter belästigte, das Gespräch mit ihm suchte und an seine Tür klopfte, bis dieser ihrer Bitte nachkam und ihr Recht schaffte. Ich frage mich, wenn dieser Richter, der nicht wollte, dass die Witwe ihn Tag und Nacht belästigte, ihr am Ende doch Recht schaffte, wie viel mehr wird unser Vater im Himmel, der uns dazu auffordert ihn zu suchen, bei ihm anzuklopfen und unsere Bitten vor ihn zu tragen, uns Recht schaffen? Eben diese Ermutigung spricht uns Jesus im nächsten Vers zu, denn dem Bittenden wird gegeben werden, der Suchende wird finden und dem Anklopfenden wird geöffnet werden. Jesus verspricht uns, dass unser Gebet nicht vergeblich sein wird!

Doch schnell könnten Zweifel an dieser Aussage Jesu aufkommen, wenn wir in unserem Leben für bestimmte Dinge beten und Gott mit der Erhörung des Gebets auf sich warten lässt. Vielleicht beten wir schon mehrere Jahre für ungläubige Familienmitglieder, dass Gott sie erretten möge, vielleicht haben wir von einem schweren Krankheitsfall gehört und beten schon eine Weile inständig um Heilung des Kranken oder da ist dieser tiefe Wunsch in uns, nach dem passenden Ehepartner und einer Familie, doch irgendwie scheint es so, als ob Gott nicht hören würde. Es vergehen Wochen, Monate und Jahre und nichts geschieht. Hat uns unser Herr nicht versprochen uns zu geben, wenn wir ihn bitten?
In dieser Zeit der Prüfung habe ich bei mir selbst festgestellt, wie zwei, von der Bibel bestens bezeugte Tatsachen, von mir, je länger die Zeit des unerhörten Gebets ging, hinterfragt wurden. Auf der einen Seite kamen Zweifel an der Allmacht Gottes auf, da ein hörender Gott, der nicht eingreift scheinbar nicht eingreifen kann. Auf der anderen Seite wurde mein Vertrauen in Gott stark angefochten, da ein allmächtiger Gott scheinbar nicht zu seinen Versprechen in der Bibel stand.

Jesus wusste, wie schwer es uns fällt ihm in diesen Dingen zu vertrauen und um die Neigung Dinge aufzugeben, wenn nach einer gewissen Zeit kein sichtbarer Erfolg zu verzeichnen ist. Deshalb bringt Jesus am Ende ein Beispiel, das vor allem Eltern sehr gut nachvollziehen können, um unser Vertrauen in seine Liebe und Treue zu stärken. Kein Vater und keine Mutter auf dieser Erde würde unter normalen Umständen dem eigenen Kind, das nach Brot oder Fisch bittet, einen Stein oder eine Schlange stattdessen geben. Egal wie egoistisch, selbstverliebt oder nicht hilfsbereit die Eltern sind, wenn ihr Kind zu ihnen kommen wird, werden sie ihm oder ihr mit Sicherheit die Nahrung geben und sie vor den potenziellen Gefahren beschützen. Wenn nun wir Sünder für unsere Kinder nur das Beste wollen, was auch bedeutet, dass wir unseren Kindern nicht immer das geben, um was sie uns bitten, da wir wissen, das es ihnen schaden würde z.B. nur Süßigkeiten zu essen, wie viel mehr wird dann Gott, der die Liebe in Person ist, seinen erlösten Kindern nur Gutes geben? So wie es logisch ist, dass ein Auto, dass 200 km/h schnell fahren kann, mit Sicherheit auch 50 km/h fährt, genau so dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns geben wird, wenn wir ihn bitten, dass Suchende finden werden und das Anklopfenden aufgetan wird! Doch dürfen wir dabei niemals vergessen, dass Gott am besten weis, wann die Zeit gekommen ist, um unsere Gebete zu erhören!