Andachten

Und sie werden sein Angesicht sehen

und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne; denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Offenbarung 22,4.5

Es gibt viele Stellen in der Bibel, die mich in höchstem Maße erstaunen, mich demütig machen und mich dazu animieren, unserem großen Gott von Herzen zu danken. Unsere heutige Stelle ist eine davon. Die Bibel ist eine fortschreitende Offenbarung. Das heißt, dass sie ihre Offenbarung Stück für Stück entfaltet. Am Anfang wissen wir noch nicht so viel über Gott, doch Stück für Stück fügt sich das Bild zusammen, dass Gott uns von sich zeigen möchte. Viele Stellen des Alten Testaments wären sehr traurig, könnten wir sie nicht im Lichte des Neuen Testaments und seiner Offenbarung sehen.

Wenn ich die obigen Verse lese muss ich unweigerlich an eine Stelle aus dem Alten Testament denken. In 2. Mose 33,20 erklärt Gott dem Mose:

Da sprach er: Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Menschen kann mich sehen und am Leben bleiben.

Wie endgültig diese Worte erscheinen. Sie ziehen eine klare Linie zwischen Gott und seinen Geschöpfen, die unüberwindbar erscheint. Unerreichbar erscheint unser Gott, von dem wir Menschen uns seit dem Sündenfall permanent abwenden. Würde Gottes Offenbarung hier enden, gäbe es keine Hoffnung. Gott wäre für immer unerreichbar für uns Menschen, wir könnten nie zu ihm gelangen, geschweige denn ihn sehen und weiterleben. Doch Jesu Tod und Auferstehung veränderte alles. Gott ist zugänglich geworden für uns Menschen, wir haben von ihm ein Friedensangebot bekommen: Er vergibt uns aus reiner Gnade.

Doch damit  nicht genug. Nicht, dass wir nur auf dieser Erde schon mit Gott leben dürften, nein, er hat auch schon unsere Zukunft offenbart. Gott wird eine neue Erde und neue Himmel machen, wo wir für immer in seiner Gegenwart leben dürfen. Nicht nur das, wir werden sogar ewig leben! Seine Herrlichkeit wird alles überstrahlen und wir dürfen mit ihm herrschen, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Doch über all dem geschieht noch etwas viel herrlicheres. Wir werden Gott ins Angesicht schauen. Wir werden sehen, wie er wirklich ist! Wir dürfen ihn kennen lernen und ihn erkennen – und werden trotzdem in Ewigkeit leben.

Dann werden wir den Fluch los sein. Das Todesurteil schwebt nicht mehr über uns, wir werden in Ewigkeit leben, trotz der Tatsache, dass wir Gottes Angesicht sehen. Wir müssen nicht sterben, weil Gott uns zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig verwandelt hat in das Ebenbild seines Sohnes. Nichts Böses wird mehr in uns sein. Kein Leid, kein Schmerz wird unseren Blick verdunkeln. Wir werden auf immer bei ihm sein, seine Herrlichkeit bestaunen und ewig leben. Welch ein Vorrecht! Welche Liebe hat uns Gott mit dieser Verheißung erwiesen! Danken wir ihm heute dafür und erneuern wir unsere Sehnsucht nach diesem Tag, an welchem wir voller Freude und für immer verherrlicht sein Angesicht sehen werden.