Andachten

Joseph – ein Typus auf Jesus hin (11)

Und es geschah, als sie sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand gelassen hatte und hinausgeflohen war, da rief sie den Leuten ihres Hauses und sprach zu ihnen und sagte: Sehet, er hat uns einen hebräischen Mann hergebracht, um Spott mit uns zu treiben. Er ist zu mir gekommen, um bei mir zu liegen, und ich habe mit lauter Stimme gerufen. Und es geschah, als er hörte, daß ich meine Stimme erhob und rief, da ließ er sein Kleid neben mir und floh und ging hinaus. Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr nach Hause kam. Und sie redete zu ihm nach diesen Worten und sprach: Der hebräische Knecht, den du uns hergebracht hast, ist zu mir gekommen, um Spott mit mir zu treiben; und es geschah, als ich meine Stimme erhob und rief, da ließ er sein Kleid neben mir und floh hinaus. Und es geschah, als sein Herr die Worte seines Weibes hörte, die sie zu ihm redete, indem sie sprach: Nach diesen Worten hat mir dein Knecht getan, da entbrannte sein Zorn. Und Josephs Herr nahm ihn und legte ihn in die Feste, an den Ort, wo die Gefangenen des Königs gefangen lagen; und er war daselbst in der Feste.
‭‭1. Mose‬ ‭39,13-20

Nachdem Joseph aus dem Haus rannte, nahm die Frau des Potifar das zurückgelassene Kleid als falschen Beweis dafür, dass Joseph Böses gegen sie im Sinn hatte. Potifar warf Joseph daraufhin ohne nachzufragen in ein schmutziges, dunkles Gefängnis.

In dem heutigen Abschnitt sehen wir ein klassisches Fehlurteil. Joseph wurde für etwas bestraft, was er gar nicht begangen hatte. Ganz im Gegenteil sogar, Joseph wurde für etwas bestraft, was er selber vereitelt hatte. Joseph wollte nie mit der Frau des Potifar schlafen und nun wurde ihm genau das vorgeworfen. Joseph musste hier also um seiner Gerechtigkeit willen leiden.

Das Phänomen des Leidens um des Guten willen finden wir ebenfalls bei Jesus. Niemand hat mehr aufgrund  seiner eigenen Gerechtigkeit gelitten als Jesus. Zudem gab es niemals zuvor und danach ein fälschlicheres Gerichtsurteil als das von Jesus. Nie zuvor hat es ein ungeheuerlicheren Justizirrtum gegeben als bei Jesus! Denn Jesus wurde für schuldlos befunden und dennoch schlug man ihn und kreuzigte ihn als Verbrecher.

Leiden um der Gerechtigkeit willen ist ein sehr verbreitetes Thema in der Bibel. Petrus sagte einmal:

Denn dies ist wohlgefällig, wenn jemand um des Gewissens vor Gott willen Beschwerden erträgt, indem er ungerecht leidet. Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr ausharret, indem ihr sündiget und geschlagen werdet? Wenn ihr aber ausharret, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist wohlgefällig bei Gott.
‭‭1. Pet 2,19-20

Joseph und Jesus mussten beide unverdient leiden. Genau das kann uns ebenfalls widerfahren. Je mehr wir Jesu Fußspuren folgen, je mehr wir ihm ähnlicher werden, desto mehr wird unser Leben anecken, weil unser heiliger Wandel die Ungerechtigkeiten der uns umgebenden Menschen aufdeckt und ihnen dieses nicht gefällt.

Vielleicht leidest du gerade auch zu unrecht wegen irgendeiner Sache des Herrn, dann möchte ich dir Mut machen, standhaft zu bleiben und zu erkennen, dass es Gott wohl gefällt, wenn du um seinet willen leidest – er wird es dir vergelten!