Andachten

Randfiguren der Bibel – Eleasar (18/20)

Und nach ihm kommt Eleasar, der Sohn Dodos, des Sohnes des Ahoach, unter den drei Helden bei David. Als sie unter den Philistern, die sich dort zum Kampf versammelt hatten, einige herausforderten und als die Männer von Israel sich zurückzogen, da machte er sich auf und schlug auf die Philister ein, bis seine Hand müde wurde und seine Hand am Schwert kleben blieb. So schaffte der HERR an jenem Tag eine große Rettung. Das Kriegsvolk aber kehrte um, wieder hinter ihm her, nur um zu plündern. (2. Sam 23,9-10)

David, das Aushängeschild Israels, dessen Stern auf der Flagge sogar nach ihm benannt wurde, ist die wohl populärste geschichtliche Gestalt im Judentum. Aus seinem Schatten wird wohl niemand hervortreten – und dennoch stechen drei seiner wichtigsten Männer gegen Ende seines Lebens herovr. Einer von ihnen ist Eleasar.

Einige markante Merkmale zeichnen ihn aus:

Eleasar war es, der tapfer weiterkaämpfte, als sich das Heer Israels im Krieg gegen die Philister zurück zog! Er hielt die Stellung und kämpfte tapfer weiter, obwohl es ein Leichtes für ihn wäre, sich in der großen Masse unterzubringen und den Rückzug anzutreten! Nicht so Eleasar! Das Schwimmen in der Masse war nicht seins. Er betrachtete sich vor seinem Gott, seinem König und seinem Volk als ein Indiviuum, welches verantwortlich für sein persönliches Handeln ist.
Orientierst du dich stets an der Masse? Sagst du auch das, was der Mainstream von sich gibt? Es gibt Momente im Leben, da ist es wohl um uns bestellt, als Individuum vor Gott seinen Platz und seine Aufgabe wie ein Eleasar zu kennen.
C.H. Spurgeon schreibt dazu: Eleasar, der Sohn Dodo, fühlte, daß er als Mann handeln müsse, was auch andre thun mochten, und deshalb zog er tapfer das Schwert gegen die Unbeschnittenen. Ich finde nicht, daß er Zeit damit vergeudete, die andren wegen ihres Weglaufens zu tadeln oder ihnen zuzurufen, wieder umzukehren, sondern er wandte sein eignes Gesicht dem Feinde zu und hieb und hackte um sich mit aller Macht. Sein tapferes Beispiel war Tadel genug und weit wirksamer als zehntausend sarkastische Reden.

Eleasar war auch nur normaler Mensch. Er wurde müde, seine Kraft ließ nach, sein Arm wurde schwer – und dennoch klebte sie am Schwert! Der Herr behielt auch über die Schwäche eines Eleasars die Kontrolle und ließ ihm seine Waffe nicht aus der Hand gleiten. Eleasar war brauchbar für seinen Herrn, dessen Kraft auch hier im schwachwerdenden Krieger zur Geltung kam. Gott gebrauchte die natürliche Schwäche für dieses Wunder.
Lege auch du deine Schwachheit Gott hin, dessen Kraft für Sein Werk in dir erstarken will.

Eleasar war es, der zwar siegreich hervor ging – doch war es Gott, der den Sieg gab! Gott gab Rettung, nicht Eleasar. Er war zwar das Werkzeug und sein Schwert das erprobte Kampfgerät. Den Sieg gab Gott! Er ist der Hauptakteur in dieser kurzen Beschreibung der Randfigur Eleasars.
Rechne auch du die geistlichen Erfolge, die geglückten Predigten, die siegtreichen verbalen Auseinandersetzungen, die gewinnenden seelsorgerlichen Gespräche und sämtliche Errungenschaften deines Alltags Gott zu!

Eleasars Handeln erfrischte den Mut der zuvor geflohenen Männer. Sie kehrten wieder um, schlossen sich ihm an und sahnten die Beute ab. Dies mag zwar nicht loyal aber gefräßig wirken, aber Eleasar ging als tapferer Held Davids ihnen wieder voran!
Unsere Standhaftigkeit im Sturm und Gottes Gelingen tragen dazu bei, dass Menschen die zuvor entmutigt wurden durch uns wieder rehabilitiert werden.

Eleasar, ein tapferer Held im Schatten Davids, eine Randfigut der Bibel – und dennoch ein großartiges Zeugnis auch für unsere Zeit.