Andachten

Was drei Jahre Dürre nicht vermochten…

HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels! Heute werde kund, dass du Gott in Israel bist und ich dein Knecht, und dass ich nach deinem Wort dies alles getan habe. Anworte mir, HERR, antworte mir, damit dieses Volk wisse, dass du, HERR der Gott bist, und dass du ihr Herz zurückgewandt hast!
1. Könige 18,36.37

Wir befinden uns in einer sehr schlimmen Periode in der Geschichte des jüdischen Volkes. Im Nordreich Israel regierte der gottlose König Ahab mit seiner noch gottloseren Frau Isebel. Sein Vater Omri hatten den Baals- und Ascherakult großflächig im Volk eingeführt. Ahab selbst bekommt von der Heiligen Schrift ein schreckliches Zeugnis ausgestellt:

Und Ahab, der Sohn Omris, tat, was böse war in den Augen des HERRN, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren.
1. Könige 16,30

Schlimmer als unter allen Königen zuvor ging es unter Ahabs Herrschaft zu. Mord, Totschlag und Verrat waren an der Tagesordnung. Fast alle Propheten Gottes wurden ausgerottet. Das nahm ein Ausmaß an, dass Elia im Kapitel 18 glaubt, als einziger Prophet Gottes übrig geblieben zu sein (18,22). (Allerdings hatte Obadja, der Palastverwalter etwa hundert weitere gerettet). Gott hatte eine dreijährige Dürre über Israel kommen lassen wegen all der Bosheit und des Götzendienstes. Reue kam Ahab allerdings nicht in den Sinn, vielmehr durchreiste er mit seinem Verwalter das Land um festzustellen, ob er wenigstens einiges von seinem Vieh durch Futter und Wasser retten könne. Zu dieser Zeit kündigt Gott an, wieder Regen geben zu wollen (18,1). Elia versammelt Ahab samt dem Volk und 850 Baals-und Ascherapropheten auf dem Berg Karmel.

Nun will Gott sich dem Volk offenbaren. Elia fordert die Baalspropheten auf, Feuer vom Himmel von Baal zu erbeten auf das Opfer, welches sie vorbereitet hatten (Baal war auch der Feuergott). Doch nach stundenlangen Versuchen geben die Priester auf. Elia baut ebenfalls einen Altar, legt das Opfer darauf, zieht einen Graben und übergießt alles reichlich mit Wasser. Dann folgt das Gebet unserer heutigen Verse. Es ist beeindruckend, mit welchem Vertrauen Elia zu seinem Gott betet, angesichts eines Volkes voller gottloser Götzenanbeter. Elia macht eine hochinteressante Aussage in seinem Gebet. Er bittet Gott, mehrere Dinge kundzutun bzw. zu offenbaren.

Zunächst soll Gott durch die Erhöhrung des Gebets (erbeten wurde Feuer vom Himmel, welches das Opfer verzehren sollte) beweisen, dass er allein Gott in Israel ist und Elia sein Diener. Doch eine weitere Sache sollte die Gebetserhöhrung zur Folge haben: Das Volk sollte „wissen […] dass der Herr ihr Herz zurückgewandt hat“. Was drei Jahre Dürre nicht vermochten, hatte Gott in den Herzen des Volkes vollbracht! Gott allein hat die Macht Menschenherzen zu sich zurück zu wenden, die vorher in Götzendienst vor ihm fliehen.

Dieses Wunder hatte Gott erneut vollbracht und Elia bittet Gott, dies zu beweisen. Als dann Feuer vom Himmel fällt verzehrt es Wasser, Opfer, Steine, Erde und Holz und als Ergebnis fällt das ganze Volk mit dem Angesicht zur Erde und bekräftigt zweimal laut: „Der HERR, er ist Gott!“ (18,39). Die Dürre reicht nicht aus, das Volk blieb verblendet, bis Gott in seiner Gnade die Herzen des Volkes zurückwandte. Genau dasselbe hat Gott auch in meinem Leben und im Leben jedes Christen gewirkt. Er hat unser Herz zu ihm zurückgewandt, damit wir nun zu seiner Ehre und nicht mehr als seine Feinde leben. Ihm sei alle Ehre und Anbetung dafür!