Andachten

Was sagen die Sprüche über den Gerechten? (4/4)

1. Ein von Schuld befreites Leben

Vielgewunden ist der Weg des schuldbeladenen Mannes; der Lautere aber, sein Tun ist gerade. Dem Gerechten ist es Freude, Recht zu üben; aber denen, die Frevel tun, ein Schrecken. Wer der Gerechtigkeit und der Güte nachjagt, wird Leben, Gerechtigkeit und Ehre finden. (Spr 21,8.15.21)

Ein vielgewundener Weg – etwas, das niemand haben will. Jeder will doch eigentlich einfach und möglichst ohne viele Probleme, Hindernisse und böse Überraschungen durchs Leben kommen. Doch genau das ist nicht der Fall, wenn ein Mensch Schuld mit sich herum schleppt. Als Christen dürfen wir unsere Schuld am Kreuz Christi zwar gesühnt wissen, aber dennoch tragen wir manchmal in gewisser Weise Schuld mit uns herum wie Ballast. Gewohnheitssünden, Fehlverhalten gegenüber anderen, bei dem wir nicht bereit waren, um Vergebung zu bitten und allgemein Sünde, die uns so präsent ist, dass wir Gottes Liebe zu uns anzuzweifeln beginnen, können selbst unseren Weg als Christen “vielgewunden” machen. Doch wie schön und befreiend ist es, ein Leben zu führen, das frei von Schuld ist, indem wir unsere Sünden bekennen, Gott und einander, und so wahre Heiligkeit anstreben. In diesem Sinne kann unser Leben frei von Windungen und Hindernissen sein, die unseren Lebensweg erschweren, was nicht bedeutet, dass wir Probleme ganz und gar ausmerzen können. Wir dürfen Gott danken und ihn dafür ehren, dass das Kennzeichen der Gottlosen nicht mehr auf uns zutreffen muss: „Dornen, Schlingen sind auf dem Weg des Verkehrten; wer seine Seele bewahrt, hält sich von ihnen fern.“ (Spr 22,5)

2. Eine klare Sicht auf das Leben

Böse Menschen verstehen das Recht nicht; die aber den Herrn suchen, verstehen alles. (Spr 28,5) Der Gerechte erkennt das Recht der Geringen; der Gottlose versteht keine Erkenntnis. (Spr 29,7)

Ein weiteres Kennzeichen eines Gotteskinds, eines Gerechten, eines Christen, ist dies, dass er genau weiß, warum er auf der Welt ist, was für einen Sinn und Zweck sein Leben und alles andere hat, nämlich Gottes Verherrlichung, und dass er somit nicht verzweifeln muss an der Sinnlosigkeit, die so viele Menschen verspüren. Ich habe mich oft gefragt, was es noch für einen Grund geben sollte, die Strapazen des Lebens auf sich zu nehmen, wenn dafür nichts weiter zurückbekommt, als das, was Menschen und das Geschaffene (seien es Beziehungen, Erlebnisse, Länder, Kulturen, Sport, Action, Sex, Substanzen und Alkohol, Partys, Musik, Genuss usw.) einem geben kann. Das soll nicht unhöflich gegenüber Nichtchristen klingen, aber ein solches Leben scheint mir sehr erbärmlich und bemitleidenswert. Doch mit einem klaren Ziel und einem Verständnis davon, warum diese Welt und alles was darin ist besteht, mit dieser großartigen Weltanschauung und dem unglaublich herrlichen Lebensziel, Gott zu erkennen, ihn zu lieben und ihm Ehre zu bereiten, können wir ein wahrhaft erfülltes Leben haben. Danken wir Gott dafür, dass er unsere Augen für die Wunder seiner Schöpfung und seinen großen Planes geöffnet hat. Das bringt uns wahre Freude. “In der Übertretung des bösen Mannes ist ein Fallstrick; aber der Gerechte jubelt und ist fröhlich.” (Spr 29,7)

3. Kein Grund, andere zu beneiden

Aufgrund der zwei ersten Anzeichen eines Gerechten dürfen wir uns nun folgende Ermahnungen vor Augen stellen und besonders dann daran denken, wenn wir Zeit mit Nichtchristen verbringen. Wir sind die Glücklichen, nicht die “Dummen”, wir haben unglaubliche Vorrechte und sind nicht benachteiligt. Danken wir Gott dafür, und nehmen uns diese Aufforderungen zu Herzen:

Dein Herz beneide nicht die Sünder, sondern beeifere sich jeden Tag um die Furcht des Herrn. (Spr 23,17) Beneide nicht böse Menschen und verlange nicht danach, mit ihnen zu sein; denn ihr Herz sinnt auf Gewalttat, und ihre Lippen reden Mühsal. (Spr 24,1.2) Erzürne dich nicht über die Übeltäter, beneide nicht die Gottlosen; denn für den Bösen wird keine Zukunft sein, die Leuchte der Gottlosen wird erlöschen. (Spr 24,19.20)

Die Sprüche (40/100)