Andachten

Befiehl dem Herrn deinen Weg… (1/3)

Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln. (Psalm 37,5)

David gibt uns in diesem kurzen Vers drei wichtige Prinzipien mit, die unsere Verantwortung und Gottes Handeln charakterisieren:

  • Die Verantwortung Gott alles hinzugeben
  • Die Verantwortung Gott zu vertrauen
  • Die Zusage, dass Gott handeln wird

1. Befiehl dem Herrn deinen Weg

Was bedeutet es, dem „Herrn was anzubefehlen?“
Zunächst sollte man mal schauen, was es nicht bedeutet:

a) Anbefehlen bedeutet nicht, Gott Befehle erteilen zu können
Manche Christen meinen, dass sie als Kinder Gottes ein Befehlsrecht hätten, um Dinge einzufordern. Dies ist jedoch nicht der Fall! Gott ist der Töpfer, wir sind der Ton in sener Hand, wie der Prophet Jeremia in 18,6 bereits schrieb.

b) Anbefehlen bedeutet nicht, Gott zu diktieren
Manche mögen meinen, dass mehrmaliges Bitten einem Diktat in der Schule gleicht, wo bei mehrmaligem Wiederholen das Ergebnis auf dem Papier landen muss. Keineswegs diktieren wir Gott etwas

c) Anbefehlen bedeutet nicht, Gott ins Leben einbeziehen
Einige Prediger oder christliche Autoren fordern regelmäßig dazu auf, „Jesus ins Leben mit einzubeziehen“. Das mag zwar nett und lauter gemeint sein, entspricht jedoch keineswegs dessen, was David hier meinte! Wörtlich steht im Hebräischen hier das Wort wälzen drin. So wie in Josua 10,16-18 angeordent wurde, dass Steine vor die Höhle mit den fünf gefangenen Königen gewälzt werden sollen, so ist auch das Wälzen hier in Psalm 37,5 ein Kraftakt, der Mühe, Tränen, Schweiß und Überwindung kostet!

Anbefehlen ist im Grunde ein aktives Auf-Gott-Wälzen, dass alle Ideen, Pläne, Vorhaben, Sorgen und Mühen als Gesamtheit mit allen Kleinigkeiten und größeren Etappen Gott in aller Entschlossenheit und der bewussten Dringlichkeit hingegeben wird!
Die meisten Bibelübersetzungen formulieren diesen Weg der gewälzt wird korrekterweise gemäß der Absicht des Autors im Singular (ausgenommen Luther). Somit können wir auch sämtliche Bereiche unseres Lebens hierin wiederfinden.

Viele meinen, dass lediglich die großen, entscheidenden Dinge Gott hingewälzt werden sollen. Die Berufswahl, die Partnerwahl, die Wahl des Wohnorts, der Gemeinde oder der Erwerb einer Immobilie. Doch der zu wälzende Weg schließt alles mit ein!

Wenn wir auf Gott wälzen, dann geschieht dies nicht so nebenbei, sondern stellt eine fundamentale Ausrichtugn dar: Ich will Dir oh Gott alles hinwälzen, weil bei dir alles besser aufgehoben ist als bei mir!