Andachten

Paulus glaubt an Erwählung – und evangelisiert!

Brüder, ihr wisst, dass Gott mich von alten Tagen her unter euch dazu auserwählt hat, dass die Nationen durch meinen Mund das Evangelium hören und glauben sollten.
Apostelgeschichte 15,7

Wieder haben wir einen dieser Verse vor uns, der zwei Themen vereint, die die Gläubigen unserer Generation gerne trennen. Könnte etwas weiter entfernt vom Thema „Evangelisation“ sein als das Thema der „Erwählung“? Nun, nach Paulus Ansicht nicht. Paulus selbst glaubte an Erwählung und war einer der größten Missionare, die die Welt jemals gesehen hat.

Achten wir auf den interessanten Zusammenhang, den Paulus uns in unserem heutigen Vers aufzeigt: Paulus wusste, dass er von Gott erwählt war. Schon bevor Paulus errettet wurde, klärt Gott Ananias darüber auf, dass Paulus ein erwähltes Werkzeug Gottes ist. Anschließend kommt Paulus zum Glauben und beginnt sofort, das Evangelium zu verbreiten. Die Erwählung des Paulus hat jedoch zwei besondere Aspekte.

Zum einen ist Paulus dazu erwählt, dass die Nationen durch ihn das Evangelium hören sollten. Doch damit nicht genug. Gott erwählte ebenfalls, dass die Nationen auch glauben sollten auf die Predigt des Paulus hin – und hier sind wir beim Kern der Sache angelangt. Wir wissen aus Römer 10,17, dass der Glaube aus dem Gehörten oder dem Verkündigten kommt, die Verkündigung aber durch Gottes Wort. Vielen Christen die an Erwählung glauben wird vorgeworfen, dass dieser Glaube die Evangelisation überflüssig mache. Natürlich ist das Unsin. Wenn Gott gerade die Verkündigung als Mittel erwählt hat um Menschen zu retten, wie können wir dann behaupten, dass Verkündigung nicht nötig sei? So könnte man auch behaupten, dass Jesu Tod nicht  nötig sei um Menschen zu erlösen, da Gott ja eine Rettungsabsicht hat und diese müsse genügen, ohne das Jesu Opfer noch nötig wäre.

In Korinth, einige Kapitel später in der Apostelgeschichte, macht Gott Paulus erneut diesen Zusammenhang deutlich:

Der HERR aber sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, um dir etwas Böses zu tun; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
Apostelgeschichte 18,9.10

Nach der Meinung Einiger hätte die natürliche Reaktion des Paulus wie  folgt aussehen müssen: „Wow, Gott hat in dieser Stadt sowieso ein großes Volk. Ich sollte mich ein wenig am Strand ausruhen und schauen, wie Gott seine Erwählten rettet.“ Stattdessen beginnt für Paulus eine Zeit intensiver Lehrarbeit, die er 1 1/2 Jahre  durchzog. Warum tat Paulus das? Nun, Paulus wusste, das Gott seine Erwählten durch die Verkündigung seiner Kinder und seinen Heiligen Geist rettet, der die Worte Gottes an ihren Herzen wirksam werden lässt. Für Paulus war die Tatsache der Erwählung die größte Ermutigung für sein evangelistisches Wirken. Gott versprach ihn zu beschützen, WEIL er („denn ich habe“) ein großes Volk in Korinth hatte. Nun ging es darum, dass diese Erwählten Gottes auch wirklich zu Kindern Gottes werden. Dies war die Antriebsfeder des Paulus und sollte auch die unsere sein (oder werden).

Bedenken wir heute neu, dass Gott sein Reich durch uns bauen möchte. Er verwendet unsere Worte und unser Wirken in seinem Reich, um sich ein Volk zu erretten. Das wir Teil der Ausführung dieses großartigen Plans sein dürfen, sollte uns unfassbar dankbar stimmen. Preisen wir Gott heute dafür, dass er sein Reich nicht ohne uns bauen möchte, er aber auch schon die Verkündigung seiner Kinder dazu erwählt hat, sein ganzes erwähltes Volk zu retten!