Andachten

Was einen weisen Menschen kennzeichnet (1/4)

Wer weisen Herzens ist, nimmt Gebote an; aber ein närrischer Schwätzer kommt zu Fall. (Spr 10,8)

Ein weiser Mensch, weiß um seine Begrenztheit und nimmt guten Rat und Belehrung durch andere an. Er kann abschätzen, was er weiß und was er nicht weiß und meint nicht von sich, er sei der Schlauste von allen und bedürfe keiner Belehrung. Gerade im Umgang mit anderen Gemeindemitgliedern, mit Freunden, Eltern, Lehrern oder wem auch immer, zeigt sich wahre Weisheit in der Bereitschaft, auf andere zu hören. Weisheit ist belehrbar.

Kommt Übermut, so kommt auch Schande; bei den Bescheidenen aber ist Weisheit. (Spr 11,2)

Auch hier zeigt sich, dass der Weise um seine eigene Begrenztheit als Geschöpf weiß. Er übernimmt sich nicht in seinen Vorhaben, sondern weiß, seine eigene Fähigkeiten recht einzuschätzen. Weisheit ist bescheiden.

Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Seelen. (Spr 11,30)

Die Weisheit eines Menschen ist auch ein Gewinn für andere, bzw. andere dürfen Nutznießer von der Weisheit eines Menschen sein. Das ist wahr im Kontext von Evangelisation, denn ein weiser Mensch ist ein gottesfürchtiger Mensch, dem es ein Anliegen ist, das Evangelium Christi weiterzutragen und Menschen für Christus zu gewinnen, bzw. ihnen Gott großzumachen und sie zu lehren, dass die Gottesfurcht und die Freude an Gott, die zusammengehen und zu Gottes Verherrlichung dienen, das höchste Lebensziel des Menschen sind. Darüberhinaus trifft es aber auch im praktischen Alltag zu, indem ein Weiser seine Erkenntnis mit anderen teilt und ihnen so im alltäglichen (Christen-)Leben weiterhelfen kann. Weisheit ist gewinnend.

Entsprechend seiner Einsicht wird ein Mann gelobt; wer aber verkehrten Herzens ist, gerät in Verachtung. (Spr 12,8)

Ein Weiser erhält normalerweise auch das Lob und die Anerkennung von Menschen. Gerade weil er für sie gewinnend ist und sie Nutznießer seiner Weisheit sind. Es ist somit nicht „egal, was andere über mich denken“, obwohl dies auch nicht der alleinige Maßstab für das eigene Verhalten sein sollte. In gewissem Maße dürfen wir die Reflexion durch andere als Spiegel für unser Verhalten und Denken nehmen. Weisheit wird hochgeschätzt.

Die Sprüche (41/100)