Andachten

Zu Tisch mit Abraham…

Ich sage euch aber, dass viele von Osten und Westen kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob zu Tisch liegen in dem Reich der Himmel… (Matthäus 8,11)

In dem kleinen Büchlein „Was können wir von den Puritanern“ von Stephen Yuille werden vier Dinge aufgelistet, die wir uns gerne von ihnen abgucken dürfen, ja, vielmehr sollten. Der erste Punkt ist: Sie fürchteten Gott; Zweitens hassten sie die Sünde; Drittens war es ihr größtes Anliegen Christus zu ehren und zu guter letzt: Sie suchten den Himmel!

Diesen vierten Punkt möchte ich heute ausführen. Den Himmel suchen – damit ist gemeint, eine tief im Herzen brennende Sehnsucht nach ihm zu haben. Unsere Gedanken sollten ständig um diese ewige Herrlichkeit kreisen und die Erwartung, endlich dort hin zu gelangen sollte stetig wachsen. Der Grund dafür ist, dass dort beispielsweise keine Sünde mehr sein wird. Ein Puritaner drückt es in etwa so aus: Der Versuch der Sünde, unsere verherrlichten Leiber zu versuchen, wird genau so kläglich scheitern, wie der Versuch, die Sonne mit Schneebällen abzuwerfen. Keine plagende Sünde mehr! Dieser Zustand muss großartig sein.

Ferner wird dort perfekte Gemeinschaft sein. Jeder wird sich endlich in Wirklichkeit lieben – so wie es Jesus eigentlich jetzt schon von uns fordert. Nur wird dort niemand mehr scheitern, so zu lieben. Niemand wird mehr Liebe vorheucheln. Es wird keine zerrütteten Beziehungen mehr geben. Es wird nie mehr so sein, dass wir einen Menschen sehen, den wir absolut nicht ertragen können. Das muss eine traumhafte Harmonie zwischen allen Geschöpfen sein. Es wird auch keine Leute mehr geben, die menschliche Lehren vertreten und uns dadurch auf den Leim gehen. Dort wird endlich von allen die reinste Theologie vertreten werden – ja „selbst wir“ werden dort noch in so manchem korrigiert werden müssen.

Der heutige Vers geht ebenfalls in die Richtung perfekte Gemeinschaft. Nachdem Jesus den Knecht des Hauptmanns geheilt hatte und sehr verwundert über dessen Glauben wurde, sagt er, dass eines Tages viele „von Osten und Westen“ mit Abraham (…) am Tisch liegen werden. Es werden viele sein, die eigentlich gar keine Juden sind, und sie werden dennoch Teil dieses Reiches sein. Leute wie dieser römische Hauptmann. Leute, wie die heidnischen Menschen damals – Leute wie du und ich. Wir werden einst in diesem Reich sein und zu Tisch mit Abraham, Isaak und Jakob speisen.

Mir gefällt dieser Gedanke eines großen Festmahls. Gemeinsame Feten sind immer etwas schönes. Nicht allein wegen dem delikaten Essen, das es dort gibt, sondern vor allem auch weil die Gemeinschaft dort wunderbar sein wird. Wer will nicht gerne einmal mit Abraham, unserem Glaubensvater, ein gemeinsames Mahl einnehmen und bei Gelegenheit die ein oder andere Frage stellen. Aber vor allem wird dort auch unser Gastgeber dabei sein – unser Herr selbst. Jesus zu sehen… dazu finde ich keine Worte, um diesen Moment beschreiben zu können.

Nimm diese Gedanken mit in deinen Tag. Denke an das, was dich erwartet. Das wird dich nicht unbrauchbar für das Reich Gottes machen, sondern im Gegenteil. Nur wer wahrhaft himmlisch gesinnt ist, wird nützlich in der Reichgottesarbeit sein. Lies dazu mal Hebr 11. Die Glaubenshelden dort waren hier auf der Erde zu gebrauchen, weil sie eine große Zukunftshoffnung hatten. Ich bete, dass uns der Gedanke an unser ewiges Erbe zunehmend begeistert, damit Gott uns hier auf der Erde noch mehr gebrauchen kann. Amen.