Andachten

…und vertraue auf ihn,… (2/3)

Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln. (Psalm 37,5)

David nennt nun die zweite Verantwortung die wir haben, um Gottes Handeln erwarten zu dürfen: vertrauen. (Luther übersetzte mit hoffe)

In unserem Alltag vertrauen wir bewusst oder unbewusst ständig jemand:
– dass das Auto die Fahrt über hält / Zug kommt (sonst steigen wir nicht ein)
– dass der Arzt die richtige Diagnose stellt und entsprechend behandelt
– dass mir das Richtige in der Schule beigebracht wird
– dass die Bewerbung zum Ziel führt oder auf dem Amt gut vermittelt wird
– dass das Wetter hält
– dass der Ehepartner zu mir hält
– dass Gott meine Kinder rettet
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: wir vertrauen / hoffen den ganzen Tag! Jeden Tag!
Eine gute Definition Vertrauen lautet: Auf etwas bauen; sich sicher verlassen zu können

Warum kann David so frei das Vertrauen der Leser abverlangen?
Ich denke, dass er er etwas Wichtiges und Großartiges erkannt hat:
Gott, dein Weg ist vollkommen! (Ps 18,31)
Gott tut was ihm gefällt! Vertrauen bedeutet somit dieses so erfassen!

Jerry Bridges schreibt dazu: (Buch: Gott vertrauen)
„Wenn es auch nur ein einziges Ereignis im ganzen Universum gibt, dass außerhalb seiner souveränen Herrschaft geschehen kann, können wir ihm nicht voll und ganz vertrauen. Seine Liebe mag grenzenlos sein – wenn jedoch seine Macht begrenzt ist und sein Plan vereitelt werden kann, können wir ihm nicht vertrauen.“

Zahlreiche stellen aus Gottes Wort geben Mut zu vertrauen, denn Gottes Gedanken kommen zustande!
Jes 14,27: Denn der HERR der Heerscharen hat es beschlossen. Wer wird es ungültig machen? Und seine Hand ist ausgestreckt. Wer wendet sie zurück?
Jes 46,10: Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus,

Machen dann alle Menschen das was Gott will und beschlossen hat?
Aus Gründen die nur er kennt, lässt er zu, dass Menschen entgegen und ungeachtet seines generellen Willens handeln. Aber er lässt niemals zu, dass sie gegen seinen souveränen Willen handeln.

Gott ist Herr über Entscheidungen, das beweist uns Gott in seinem Wort mehrfach:

Spr 16,9: Das Herz des Menschen plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seinen Schritt.
Du wünscht dir das Mädchen/ Mann, Gott führt dies entscheidend aus.
Du bist im Vorstellunggespräch und willst den Job? Gott ist es, der mit hinter dem Schreibtisch sitzt!

Gott ist Herr über den Nachwuchs
1. Sam 1,5: Der Herr hatte den Mutterleib Hannas verschlossen
1. Mo 29,31: Der Herr hat mich verschlossen (Aussage Sarahs)

Gott ist Herr der Gesundheit
2. Mo 4,11: Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht stumm oder taub, sehend oder blind? Nicht ich, der HERR?
Wir gehen zum Arzt (Pflicht), aber Gott steckt in der Wirksamkeit der Medizin – und schlussendlich hinter jedem weißen Kittel.

Gott ist Herr im Bau des Hauses
Ps 127,1: Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran.
Gott ist sowohlArchitekt, Bauherr und Makler deiner Traumimmobilie!

Gott ist Herr über das Wetter und Klima
Hiob 37: Denn zum Schnee spricht er: Fall zur Erde! – und so auch zum Regenguss und zu seinen gewaltigen Regengüssen. Durch den Atem Gottes gibt es Eis, und die Weite des Wassers liegt in Enge.
Nicht die Abgase der Dieselmotoren von VW sind verantwortlich für das Wetter – Gott ist Herr des Klimas.
Versicherungen sprechen bei Sturmschäden von „höherer Gewalt“, im englischen heißt es offiziell: „Acts of God“ (=Handlungen Gottes). Möge das auch unser Denken sein!

Gott ist in der Politik aktiv
Röm 13,2: Es gibt keien staatliche Macht außer von Gott gegeben
Gott sitzt in Berlin, Washington, Moskau oder Brüssel im Parlament
Spr 21,1: Wie Wasserbäche ist das Herz eines Königs in der Hand des HERRN; wohin immer er will, neigt er es.
Esra 1,1ff: Gott erweckte den Geist des Kyrus, damit Israel das Exil verließe.
Wenn Gott es bei Königen kann – dann auch bei Arbeitgebern oder Chefs!

Jerry Bridges schrieb hierzu einst:
Wenn wir das Wohlwollen von Menschen brauchen, dann sollten wir Gott dieses hinwälzen. Wenn wir bei Ihm Gehör finden, muss die Hand des Mächtigsten oder sogar des Übeltäters für unser Wohl sorgen!

Diese Gesinnung in der Bevölkerung der USA zu platzieren, war auch der Wunsch von Präsident Eisenhower! Im Jahr 1956 erließ der Präsident ein Gesetz: Das offizielle Motto der USA soll nicht mehr alleinig lauten „E Pluribus Unum“, (aus vielen eines) sondern
„In God We Trust“ (Auf Gott vertrauen wir)

Welches war der Grund hierfür?
Die Einheit der USA soll als klarer Gegensatz zu den gottlosen Kommunisten der Sowjet-Union stehen, indem man nicht die militärische, strategische und wissenschaftliche Stärke betont – sondern die völlige Abhängigkeit Gottes, unter dem sich auch die Kommunisten eines Tages zu beugen haben! Charles Bennett initiierte dieses Bemühen, um die USA inmitten des Kalten Krieges in eine christlich orientierte Werte- und Glaubensgemeinschaft zu führen.
(Ob dies erfolgreich war, sei mal dahingestellt) Fakt ist: Ein solcher Gedanke ehrt Gott – und soll Motto eines jeden Wiedergeborenen Christen sein!

Wenn wir Gott vertrauen wollen, müssen wir lernen zu sehen, dass er ständig in jedem Bereich unseres Lebens zu jedem Augenblick am Werk ist.
Das Bewusstsein der Souveränität Gottes ist der Felsen auf dem unser Vertrauen wurzeln schlägt!

Diese Lektion lehrt uns:
Gottvertrauen ist kein Gefühl, Gottvertrauen ist auch nicht situationsabhängig, sondern eine grundsätzliche Einstellung, der man sich besonders hingibt. Es ist die Überzeugung: Was auch geschieht, es geht mit Gottes souveränem Willen in Einklang! Nicht nur der Mensch, die Maschine oder der Umstand sind es, die wirken – nein, es steckt Gott ist dahinter, von ihm erwarten wir schlussendlich alles!

Jerry Bridges schrieb dazu: „Wenn wir Gott nicht gehorchen, trotzen wir seiner Autorität – wir missachten dadurch seine Heiligkeit.
Wenn wir Gott nicht vertrauen, zweifeln wir an seiner Souveränität und seiner Güte. In beiden Fällen stellen wir seine Majestät in Frage.“

Mögen wir doch Gott vertrauen, denn sonst greifen wir Seine Ehre und schlussendlich Ihn damit an!