Andachten

Was immer deine Hand zu tun findet…

Neben ihnen besserte Zadok aus, der Sohn Immers, seinem Haus gegenüber.
Nehemia 3,29a

Gottes Wort ist nicht schwer verständlich. Tatsächlich sind die meisten Dinge und Lehren darin leicht verständlich. Unser Problem besteht nur darin, dass wir uns so schwer damit tun, die Dinge anzunehmen, die Gott uns in seinem Wort erklärt und unser Leben danach auszurichten. In unserem heutigen Vers bewundere ich die bestechende und einfache Logik der Handlungen Zadoks.

Wir wissen so gut wie nichts über Zadok. Er war ein Mann, der zur Zeit Nehemias lebte und arbeitete mit, als die Juden in Jerusalem die Mauer aufbauten. In Jerusalem besaß er bereits ein Haus und gehörte damit vermutlich nicht zu den Ärmsten, die gemäß des Buches Nehemia zumeist ihre Häuser auf Grund ihrer Armut verpfändet hatten. Kapitel 3 im Buch Nehemia beschreibt ausführlich, welcher Mann oder welche Personengruppe einen gewissen Abschnitt der Mauer ausbesserte oder wiederaufbaute. Einige Gruppen oder Einzelpersonen erhalten Zusätze in der Beschreibung ihrer Handlungen.

Von Zadok wird gesagt, dass er „seinem Haus gegenüber“ an der Mauer baute. Zadok war Nehemias Ruf gefolgt. Stellen wir es uns bildlich vor: Zadok wacht auf, frühstückt in aller Frühe und tritt aus seinem Haus. Er läuft ein paar Schritte – und schon ist er Mitten drin. Er legt keine weiten Strecken zurück, sondern packt sofort dort an, wo er die erstbeste Gelegenheit dazu bekommt. Dieses Prinzip finden wir mehrfach in der Bibel. Samuel befiehlt Saul, alles zu tun, was seine Hand zu tun findet, nachdem die Beglaubigungszeichen seiner Königswürde eingetreten sind (1. Sam. 10,7), „denn Gott war mit ihm“. In Prediger 9,10 werden wir aufgefordert, alles zu tun, was in unserer Macht bzw. Kraft steht. Ebenso sagt uns der Jakobusbrief, dass es eine Sünde ist, die Möglichkeit zum Gutestun verstreichen zu lassen (Jak. 4,17).

Wir sehen also, dass die Bibel hier ein Prinzip erkennen lässt. Tue alle guten Dinge, die in deiner Macht stehen und die dir begegenen. Tust du diese Dinge nicht, so ist es dasselbe als würdest du direkt sündigen (wir sprechen hier von „Unterlassungssünden).

Wenn wir die bereits betrachteten Stellen einmal zusammen mit einer Aussage Jesu aus Apostelgeschichte 1 betrachten, so wird unsere Aufgabe noch klarer:

Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.
Apostelgeschichte 1,8

Jesus spricht davon, dass seine Jünger seine Zeugen sein werden. Erstaunlicherweise sollen sie nicht sofort nach Rom aufbrechen, um die Machthaber des  Imperiums zu evangelisieren und somit von oben herab auf das ganze Reich einwirken. Nein, die Reihenfolge die Jesus vorgibt ist Jerusalem, dann Judäa, dann Samaria und dann bis an das Ende der Erde. Die Jünger mussten exakt an dem Ort beginnen, wo sie lebten und wo sie bisher einen schweren Stand hatten (Jerusalem, wo ihr Herr gerade gekreuzigt wurde). Das hindert Jesus nicht daran, dieses Prinzip beizubehalten: Christliche Arbeit im Reich Gottes beginnt immer exakt an dem Ort, an welchem du dich gerade befindest und dies, indem du alles tust, was „deine Hand zu tun vorfindet“.

Bist du in diesem „geringen“ treu, so wird Gott (möglicherweise) deinen Wirkungskreis erweitern oder dich in einem ganz anderen Wirkungskreis setzen, der sich nicht mit deinem bisherigen überschneidet. Gott will nicht, dass du still zuhause sitzt und stolz darauf bist, dass du einen Missionar in 6.000km Entfernung unterstützt (was eine sehr gute Sache ist!). Er möchte, dass du genau hier und genau jetzt die guten Werke tust, die er zuvor bereitet hat, dass wir in ihnen wandeln sollen (Eph. 2,10). Und diese Werke liegen häufig genau vor deiner Haustür an dem Ort, an welchen Gott dich hingestellt hat. Mögen wir das heute von dem treuen Mann Zadok lernen und beginnen es zu Gottes Ehre besser umzusetzen. Gottes Reich wird vor der eigenen Haustüre gebaut.