Andachten

Warum wir Gott stets suchen sollen

Ich habe den Herrn stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele. Auch mein Fleisch wird in Sicherheit ruhen. Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht überlassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe. Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar. (Psalm 16,8-11)

David macht in diesem wunderschönen Psalm deutlich, dass er den Herrn allezeit und beständig vor sich gestellt hat, also seine Gemeinschaft unentwegt gesucht hat. Dann beschreibt er die Auswirkungen davon, die auch unglaublich herrlich sind und einen motivieren, Gott ebenfalls eifrig zu suchen.

Er schreibt, dass sich sein Herz freut und seine Seele frohlockt, dass Fülle von Freuden vor Gottes Angesicht ist. Diese Freude, die in Gott selbst verwurzelt ist, bewegt uns dazu, die Bibel weiterhin hingegeben zu lesen und Gott immer und immer wieder vor uns zu stellen. Sie trägt uns durch. Wenn wir von Fülle von Freuden lesen, ist eigentlich Sättigung von Freuden gemeint (so das Hebräische). Sättigung ist ein schönes Beispiel, um das zu illustrieren worum es hier geht.

Stellt euch vor, ihr seid in eurem Lieblingsrestaurant und ihr dürft so viel von allem essen, wie ihr wollt … alles aufs Haus. Und irgendwann seid ihr einfach satt und braucht keinen einzigen Bissen mehr. So eine Art von Freude gibt es vor Gottes Angesicht. Sie ist vollkommen, es braucht nicht mehr. Sie sättigt völlig. Vielleicht kennt ihr Momente im Leben, in denen ihr so glücklich wart, dass ihr euch in diesem Moment nicht glücklicher hättet fühlen können. Ich stelle mir den Himmel so vor: Ein andauernder Zustand der höchsten Freude an Gott. Und Gott möchte uns jetzt schon einen Vorgeschmack davon geben, indem er uns die Möglichkeit gibt, ihn durch sein Wort kennen zu lernen.

Darum die Frage: Wohin sollten wir sonst gehen? Nichts kann uns eine solche Fülle von Freuden geben. Diese Freude geht über alles Menschliche, Irdische hinaus. David hatte ein Leben, das sehr von Leid, Trauer und Verlust geprägt war. Er kannte Leid: Verfolgung, Anfeindung durch Saul und dessen Anhänger oder sonstige Feinde, ein totgeborenes Kind, Trauer über eigene Sünde, eine Sohn wird abtrünnig und will ihn töten, dieser stirbt, seine engen Vertrauten werden ihm untreu, usw. Doch seine Psalmen und sein Leben zeugen von übersprudelnder Freude. Das zeigt, dass jeder Gläubige diese Freude haben kann; sie ist unabhängig von den Lebenssituationen. Ich denke, auch jeder von uns kennt Leid. Sei es Enttäuschung durch andere, sei es, dass wir uns ungeliebt, verachtet oder übergangen führen, Probleme in Beziehungen/Ehen haben, Depressionen, existentielle Sorgen, Ängste im Kontext Schule, Beruf, Arbeit, Anfeindung durch Ungläubige, unglückliches Verliebtsein, Verlust eines geliebten Menschen, … wir kennen Nöte und Leid verschiedenen Gewichts. Aber kein Leid kann so groß sein, dass die Freude an Gott nicht überwiegen könnte. Also lasst uns niemals aufhören, Gott in seinem Wort zu suchen.