Andachten

Worüber freust du dich?

Was macht es denn? Wird doch auf jede Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Ja, ich werde mich auch freuen, denn ich weiß, dass dies mir zum Heil ausschlagen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi, nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts werde zuschanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt, Christus an meinem Leib groß gemacht werden wird, sei es durch Leben oder durch Tod. Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn.
Philipper 1,18-21

Immer wieder dürfen wir über die Charaktere staunen, die uns in der Bibel begegnen. Paulus ist einer der erstaunlichsten davon. Wenn wir die obigen Verse oberflächlich lesen, könnten wir denken, dass die Situation des Paulus „halb so wild“ ist. Er hatte eben „eine super Beziehung zu Gott“ und konnte sich darum freuen. Doch blicken wir etwas tiefer, so wird die Tatsache, dass Paulus sich in seinem Umständen freute, sehr viel erstaunlicher.

Paulus saß in einem römischen Gefängnis um Jesu willen und der Predigt des Evangeliums willen. So weit so schlecht. Doch zudem kommt die erschreckende Tatsache, dass draußen in der freien Welt Christen herumliefen, die das Evangelium aus einem wirklich lausigen Grund verkündeten: Paulus zu schaden. Ich nehme an, dass es vor allem die Art ihrer Verkündigung war, die dies bezwecken sollte, denn gegen den Inhalt richtet Paulus sich nicht. Wie schrecklich muss es sein, wenn ein Christ sieht, dass seine Glaubensgeschwister ihn in der Not nicht nur allein lassen, sondern ihm sogar bewusst schaden möchten. Für Paulus konnte dieses Verhalten den Tod bedeuten!

Freude wäre nicht gerade die erste Emotion, die in dieser Situation in mir aufkäme. Ich würde wohl eher Ärger und grenzenlose Enttäuschung verspüren. Vermutlich wäre ich auch sauer auf Gott, weil er zulässt, dass andere Gläubige so gegen mich arbeiten, nach allem, was ich für Gottes Sache getan habe. Aber bei Paulus ist nichts dergleichen vorhanden! Er freut sich! Und nicht nur das, er kündigt auch an, dass er sich weiterhin freuen wird! Wie kann das sein?

Nun, Paulus war sich dessen bewusst, dass seine Freude zu keiner Zeit von seinem Umständen abhängig ist. Er weiß um die Gebete für ihn und den Beistand des Geistes Jesu. Er ist zuversichtlich, dass beides ihm „zum Heil ausschlägt“. Paulus tut das was er in Gottes Kraft tun kann: er freut sich. Alles andere lässt er gerne an sich geschehen, nämlich: Die Verherrlichung Jesu durch sein Leben oder Sterben. Denn Christus ist nun mal sein Leben. Und wenn ich sterbe, sagt Paulus, ist das das Beste, was mir passieren kann. Sollte ich mich da nicht freuen?

Wie steht es mit dir? Meine Freude ist noch so häufig von Umständen abhängig. Doch ich strebe dahin, wie Paulus zu sagen: Ich werde mich auch weiterhin freuen. Christus ist mein Leben und Christus bleibt derselbe. Darum ist er auch morgen so grenzenlos gut zu mir wie heute. Freue dich im Herrn allezeit! (Philipper 4,4)