Andachten

Gott erwählt sich schwache Gefäße

Stell dir vor, du stehst vor der Aufgabe ein Unternehmen zu gründen, das zu den größten der Global Playern gehört. Du würdest verschiedene Aufgaben erledigen und sicherlich würdest du nicht um die Aufgabe herum kommen, dir Personal einzustellen. Worauf würdest du hierbei achten? Wahrscheinlich wäre es dir wichtig, dass diese Männer qualifiziert sind und außergewöhnliche Fähigkeiten besitzen, schließlich willst du mit deinem Unternehmen an die Spitze kommen.

Wenn man so will, hat auch Jesus ein Weltunternehmen gegründet: Die Gemeinde. Auch wenn er als souveräner Gott nicht auf Menschen angewiesen ist, so war es ihm offenbar dennoch wichtig, dass Menschen mit am Bau von diesem Unternehmen beteiligt sind, denn er beruft sich Jünger, die er dazu beruft, mit an diesem Unternehmen zu arbeiten. Wir lesen unter anderem im Markusevangelium von dieser Berufung:

„Und er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm.  Und er setzte zwölf ein, die er auch Apostel nannte, dass sie bei ihm sein sollten und dass er sie aussendete zu predigen und dass sie Vollmacht hätten, die Dämonen auszutreiben. Und er setzte die Zwölf ein: Simon – ihm gab er den Namen Petrus –  und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus – ihnen gab er den Namen Boanerges, das heißt: Donnersöhne – und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon Kananäus  und Judas Iskariot, der ihn dann verriet. (Markus 3,13-19)“

Diese zwölf Jünger bilden das Fundament der Gemeinde (Epheser 2,20). Sie sind diejenigen, die mit einer besonderen Autorität von Jesus ausgestattet wurden, um das Start-up Unternehmen Gemeinde ganz groß raus zu bringen.

Doch interessanter Weise waren sie – zumindest aus menschlicher Sicht – für eine solche Aufgabe gar nicht gut genug ausgebildet. Sie kamen größtenteils aus dem ländlichen Galiläa und nicht aus der politisch und religiös wichtigen Stadt Jerusalem. Außerdem waren viele von ihnen „nur“ Fischer und gehörten nicht zur damaligen religiösen Elite. Teilweiße hatten sie eine fragwürdige Vergangenheit. Matthäus war ein Zöllner, der eine Zeit lang mit den Feinden der Juden, den Römern, an einem Strick zog. Von Simon hingegen nimmt man in der Regel an, dass er ein Mitglied der Zeloten war, einer religiösen Organisation, die versuchte die Römer mit Gewalt von dem Thron zu stoßen. Andere hingegen hatten gewisse charakterliche Defizite. Bartholomäus – auch Nathanael genannt – war am Anfang seiner Berufung noch offenbar in einem Denken gefangen, welches von Vorurteilen geprägt war. Als er erfuhr, dass Jesus aus Nazareth kommt sagte er zunächst nur: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen!“ (Johannes 1,46). Petrus ist der bekannteste und einflussreichste Apostel. Doch auch er hatte seine Schwächen, was die Bibel unverblümt beschreibt. Dreimal hat er Jesus verraten und zu ihm sagte Jesus sogar einst: „Geh weg von mir, Satan!“ (Matthäus 16,23).

Warum erwählte sich Jesus nun also diese Männer und nicht begabtere? Die Bibel zeigt ein Prinzip immer und immer wieder auf, welches auch hier deutlich wird: Gott erwählt sich schwache Gefäße, stattet sie mit seiner unglaublich kraftvollen Gnade aus, damit deutlich wird, dass IHM die Ehre gebührt. Aus diesem Grund darf auch jeder Christ wissen: Gerade in deiner Schwachheit möchte Gott deutlich hervor scheinen. Gott kann dich gerade deswegen berufen, weil du so schwach bist. Und dabei darfst du wissen, dass es alleine die Kraft der Gnade Gottes ist, die dafür zuständig ist, dass Erfolg zustande kommt. Auch die Jünger sind nach der Auferstehung Christi zu großen Vorbildern geworden. Sie hatten in Gottes Augen Erfolg, weil sie Gottes Reich bauten. Doch dies gelang ihnen nur durch die Kraft des Auferstandenen, der sie hierzu befähigte.