Andachten

Jesu höchstes Ziel

„Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche,“ (Johannes 17,1)

Wir befinden uns in der Zeit zwischen dem Passafest, welches Jesus mit seinen Jüngern feierte und dem Anfang des Passionsgeschehens. In den vorherigen drei Kapiteln (Joh. 14-16) hielt Jesus seine Abschiedsrede vor seinen Jüngern, in der er sie über zukünftige Ereignisse in Kenntnis setzte. Jesus wird sie verlassen, sie werden von der Welt gehasst werden und Verfolgung erleiden. Gleichzeitig tröstet er sie aber auch, indem er ihnen zu verstehen gibt, dass er ihnen einen Tröster, einen Beistand, den heiligen Geist, schicken wird, sobald er von ihnen gegangen ist. Nahtlos an diese Rede wird das hohepriesterliche Gebet angeknüpft. In diesem Gebet betet Jesus stellvertretend, wie es einst der Hohepriester tat, für seine Nachfolger, aber auch persönliche Bitten finden hier ihren Platz. Aus diesem Gebet möchte ich in den nächsten Andachten Wahrheiten herausziehen, welche auch heute noch von Bedeutung sind und die Nachfolger Christi immer noch ermutigen können.

Das Gebet Jesu wird eingeleitet, indem uns Johannes berichtet, wie Jesus vor Gott tritt: Er hebt seine Augen zum Himmel auf. Augen, welche weder einen Balken, noch einen Splitter im Auge haben und Jesus auch nie zur Sünde verführten. Mit heiligen, glasklaren Augen tritt der Mensch gewordene Sohn Gottes vor seinen Vater und sagt zu ihm: „Vater die Stunde ist gekommen“. Mit anderen Worten: Die Zeit ist nahe, jetzt geht es los! Worauf er sich mit dieser Aussage bezieht sehen wir im nächsten Satz: „Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche“. Was meint Jesus damit? Er sagt damit indirekt, dass der Heilsplan seines Vaters kurz vor seiner Vollendung steht. Die Zeit ist gekommen, dass er verraten, verurteilt, gefoltert und gekreuzigt wird. In all diesen grausamen Aspekten der Passionsgeschichte wird Gott durch seinen Sohn verherrlicht. Schwer vorzustellen, oder? Aber es ist gewiss so, denn all die Grausamkeiten, die unser Herr Jesus auf seinem Leidensweg erlitt, ließen den souveränen Plan Gottes in Erfüllung gehen, was den Vater wiederum verherrlichte. Doch am Kreuz ist es noch nicht zu Ende. Die vollkommene Verherrlichung steht noch aus. Jesus wird vom Tode auferweckt und fährt zum Himmel hinauf. Diese Himmelfahrt Christi vervollkommnet seine Verherrlichung (V.4) und erfüllt den Heilsplan Gottes, was ihn ebenfalls verherrlicht. Wir können also festhalten, dass es in Jesu Leid, Tod, Auferstehung und eigentlich in seinem ganzen Leben, nie in erster Linie um uns Menschen ging. In erster Linie ging es immer um seinen Vater und dessen Verherrlichung.

Wie schön wäre es, wenn auch wir dies als unser größtes Ziel ansehen würden. Jesus sagt in seiner Abschiedsrede zu den Jüngern, dass der Vater verherrlicht wird, wenn sie viel Frucht bringen und seine Jünger werden. Lasst uns als Nachfolger Jesu Gott heute morgen darum bitten, dass er in uns viel Frucht bewirke, um seiner Verherrlichung willen.

Johannes 17 (1/16)