Andachten

Was einen weisen Menschen kennzeichnet? (3/4)

Der Einfältige glaubt jedem Wort, aber der Kluge achtet auf seine Schritte. (Sprüche 14,15)

Die Weisheit ruht im Herzen des Verständigen; aber was im Innern der Toren ist, tut sich kund. (Sprüche 14,33)

Die Furcht des Herrn ist Unterweisung zur Weisheit, und der Ehre geht Demut voraus. (Sprüche 15,33)

Wir wollen uns heute in aller Kürze weitere drei Aspekte anschauen, die das Leben eines Weisen charakterisieren. Der erste hat mit dem Hören zu tun oder genauer gesagt mit Leichtgläubigkeit. Ich denke, jeder von uns kann sich heute mit unendlich viel Input zu sämtlichen Themen und Bereichen des Lebens füllen. Es gibt endlose fachmännische Meinungen und „gute Ratschläge“, auf die man schnell bereit ist, zu hören und sein Leben daran anzupassen. Doch was einen wirklich weisen Menschen charakterisiert, ist das, worauf er seine Gedanken verwendet und welchen Meinungen und Ratgebern er Aufmerksamkeit schenkt. Unser absoluter Maßstab für alle Lebensfragen ist Gottes heiliges Wort. Und jemand, der Rat sucht, sei es in speziellen Bereichen oder Fragen des Lebens oder in allgemeinen Gedanken und Konzepten, und nicht an erster Stelle in Gottes Wort nach Antworten sucht und dementsprechend viel Zeit damit verbringt, kann sich nicht als weise bezeichnen.

Ein zweites Merkmal eines Weisen hängt mit seinem Reden zusammen. Man erkennt ihn also nicht nur daran, wie er hört, sondern auch daran, wie er redet. Genauer gesagt erkennt man ihn daran, wie bzw. wann er schweigt. Zu jeder Zeit und Unzeit zu plappern, ohne zu überlegen, wie sinnvoll und nützlich das ist was man sagt, zeugt von Torheit. Das Herzen des Toren tut sich kund. Er hält sich nicht zurück und Haut seine Meinung und das, was er gerade denkt, einfach raus, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen und ohne daran zu denken, dass er anderen, mit dem was er sagt, Schaden zufügen könnte. Ein Weiser dagegen wählt seine Worte mit Bedacht und redet nicht unüberlegt.

Der dritte Bereich betrifft das Suchen nach Weisheit. Obwohl es schon ein wichtiger Schritt ist sich anhand der Sprüche auf der Weisheitsskala orientieren zu können, genügt es doch nicht. Eine Diagnose heilt noch niemanden. Darum leiten uns die Sprüche auch darin an, nach mehr Weisheit zu streben. Der Schlüssel ist hierbei die rechte Haltung gegenüber Gott und gegenüber anderen Menschen. Um Weise zu werden ist der erste Schritt, Gott und seinen Charakter kennenzulernen und ihn zu fürchten. Dazu kommt eine gesunde Portion Demut. Ein Weiser überhebt sich nicht und rühmt sich nicht seiner Weisheit. Genau genommen ist Weisheit und Überheblichkeit ein Widerspruch in sich.

Praktisch bedeutet dies: Suche Gott auch heute im Gebet und in seinem Wort und lerne ihn noch besser kennen und fürchten. Halte nicht so viel von deiner Meinung und davon, was du erreicht hast oder was du bist, bzw. meinst zu sein. Übe dich in Demut, wenn du heute mit anderen im Gespräch bist und zeige, dass du belehrbar bist. Eine gesunde Selbsteinschätzung geht immer einher mit echter Weisheit.