Andachten

Jesus entscheidet sich für uns

„wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, daß er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe! Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Johannes 17,2-3)

Vor zwei Wochen haben wir den ersten Vers von Johannes 17 betrachtet. In diesem Vers sahen wir, wie Jesus sein Gebet zu seinem Vater anfing. Wir durften erkennen, dass es Jesu größtes Ziel war, seinen Vater zu verherrlichen. Dies tat er auch sein ganzes Leben lang, bis er zu  seinem Vater in den Himmel auffuhr.

Nun fährt Jesus in den Versen zwei und drei fort, indem er auf ein neues Thema zu sprechen kommt: Das ewige Leben.  In diesen beiden Versen finden wir weder ein Bitt- noch ein Dankesanliegen. Vielmehr scheinen die Verse eine Rückbesinnung zu sein auf das, was der Vater seinem Sohn gab: Vollmacht über alles Fleisch. Die Juden verstanden darunter damals nichts Anderes als Vollmacht über alle Menschen auf der Erde. Somit redet Jesus in diesem Vers nicht nur über die Juden, sondern ebenso auch über die Heiden. Daraus lässt sich wiederum schließen, dass nicht nur Juden einst durch Christus ewiges Leben erlangen sollten, sondern auch die Heiden.

Für uns scheint diese Tatsache heutzutage völlig normal. Es ist doch normal, dass wir, die wir nicht jüdisch sind, auch errettet sind.

 Zur Zeit Jesu war dies jedoch alles andere als normal. Die Heiden wurden von den Juden sogar als Hunde bezeichnet. Es wäre völlig absurd zu meinen, dass diese Hunde auch Anteil am Heil Gottes haben könnten. Aber genau das sagt Jesus hier. Auch aus den Heidenvölkern hat Gott Menschen zum ewigen Leben bestimmt. Eine wunderbare Nachricht, die wir heutzutage oftmals als zu selbstverständlich wahrnehmen.

In Vers drei geht Jesus nun in einem ganz einfachen Satz darauf ein, was das ewige Leben ist, beziehungsweise, wie man es erlangt: Indem sie (diejenigen, die Gott seinem Sohn gegeben hat) den allein wahren Gott und Jesus Christus erkennen.

Ich möchte hierbei nicht darauf eingehen, was diese Erkenntnis genau beinhaltet, sondern vielmehr erläutern, wie wir Christen zu dieser Erkenntnis kamen. Hierbei ist Jesus sehr klar. Nur Jesus selbst kennt den Vater und nur Jesus selbst ist es, der den Menschen die Erkenntnis des Vaters schenkt. Und zwar nur denen, denen er sie schenken will (Mt 11,27). Es ist somit nicht unsere Entscheidung, die zur Erkenntnis des Vaters führt, sondern es ist Christi Entscheidung. Christus ist es, der uns die Herrlichkeit seines Vaters offenbart.

Dies bedeutet, dass es Christus ist, der uns das ewige Leben gibt. Er bekam von seinem Vater die Macht dazu. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Juden, sondern ebenso auch in Bezug auf die Heiden.

Danken wir unserem Herrn dafür, dass er uns diese herrliche Erkenntnis Gottes schenkte und uns dadurch ebenfalls zum Volk Gottes machte.

Johannes 17 (2/16)