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Affären haben viele Gesichter

In seinem hervorragenden Ehebuch „Lieblinge auf Lebenszeit“ stellt Wayne A. Mack eine Tatsache über die Ehe klar, die mir zuvor niemals so bewusst war: Du kannst auf sexuellem Gebiet rein leben und trotzdem eine außereheliche Affäre haben:

„Wenn das Problem der der Selbstsucht ignoriert und die Selbstverständlichkeit von Meinungsverschiedenheiten unbeachtet bleibt, wenn die Probleme nicht in richtiger Weise gelöst werden, suchen viele Menschen eine scheinbar schmerzfreie Lösung für ihre Schwierigkeiten – außereheliche Affären. Solche „Affären“ sind nicht immer sexueller Natur, sie entstehen immer dann, wenn ein Ehepartner sich den Schwierigkeiten in der eigenen Ehe nicht stellt, sondern innerlich Flucht begeht – zu einer anderen Person oder einer Sache. Das bedeutet, dass eine Affäre in Form einer Person, einer Arbeitsstelle, in Form von Geld oder Besitztümern, Hobbies oder sogar von Gemeindeaktivitäten auftreten kann.

Da ist zum Beispiel ein christlicher Ehemann, der im sexuellen Bereich seiner Frau immer treu bleibt, aber er meidet den Umgang mit ihr, indem er so viel Zeit bei der Arbeit verbringt, dass er kaum noch Zeit für seine Familie hat; oder er flüchtet vor den Fernseher und verbringt seine Zeit dort; oder er verschwindet im Sportverein oder auf Lehrgängen – damit wird er seiner Frau ebenfalls untreu. Oder da ist eine christliche Ehefrau, sie hat sich noch nie auf einen anderen Mann eingelassen, aber sie meidet ihren Mann, indem sie sich selbst an die Kinder verausgabt, oder übermäßig viel Zeit mit ihren Freundinnen verbringt, oder sich viel Arbeit zu Hause oder sonst wo auflädt – damit wird sie ihrem Mann ebenfalls untreu. Wenn irgendetwas (außer dem Herrn) wichtiger wird als der Ehepartner, handelt es sich um eine außereheliche Affäre.“

(Wayne A. Mack, Lieblinge auf Lebenszeit, S. 62f, Bielefeld, 2013)