Andachten

Ein Sünder, dem Barmherzigkeit widerfuhr

„Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen, dass er mich treu erachtet und in den Dienst gestellt hat, der ich früher ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war; aber mir ist Barmherzigkeit zuteilgeworden, weil ich es unwissend im Unglauben getan hatte; überströmend aber war die Gnade unseres Herrn mit Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind. Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu retten, von welchen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit zuteilgeworden, damit Jesus Christus an mir als dem Ersten die ganze Langmut beweise, zum Vorbild für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben. Dem König der Zeitalter aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (1.Timotheus 1,12-17)

Paulus wendet sich in diesem Abschnitt nun von den Irrlehrern in der Gemeinde ab, die das Halten des Gesetzes als notwendige Bedingung der Errettung verkündigten und widmet sich nun seinem eigenen Leben, genauer gesagt seiner Bekehrung. Dabei kommt er nicht darum herum seinem Herrn Jesus zuallererst zu danken, dass er ihm Kraft verliehen, ihn als treu erachtet und ihn in den Dienst gestellt hat. Es war nicht des Paulus Wille, sondern ganz klar das Handeln Gottes, der diesen Lästerer, Verfolger der Gemeinde und Gewalttäter zu dem Verkündiger der Wahrheit machte. Paulus kann nun rückblickend sagen, dass ihm Barmherzigkeit widerfuhr und dass trotz seiner vielen Sünden die Gnade doch überströmend war. Es ist der Gehorsam des einen, der die vielen in die Stellung von Gerechten versetzt hat. Das Gesetz kam daneben hinzu, um die Menschen ihrer Sündhaftigkeit zu überführen, nicht um sie, durch den Versuch die Gesetze zu halten, zu erretten. Doch eben an diesem Punkt, wo ein Mensch dieses erkennt und sich als Sünder an Gott wendet und ihn um Vergebung bittet, ist der Moment, in dem die Gnade überreich wird (Röm 5,19.20), so wie es im Leben des Paulus geschah.

Paulus möchte jedem Menschen Mut machen, der glaubt er habe zu viele oder zu schwere Sünden begangen, sodass er von Gott nicht gerettet werden könnte und ihm zurufen, dass dem nicht so ist! Des Paulus Lebensgeschichte ist der Beweis dafür. Deshalb kann er davon reden, dass das Wort gewiss und aller Annahme wert ist, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu retten. Dir fällt es schwer das zu glauben? Gott rettete nicht nur den Paulus, der den Namen des Christus verlästerte, der Gottes Volk verfolgte und ihnen Gewalt antat, denjenigen, die an anderer Stelle als der Leib des Christus beschrieben werden, sondern er setzte ihn auch in einen Dienst ein und gebrauchte diesen Mann, wie vielleicht keinen zweiten. Daneben sollte uns auch die Tatsache Mut machen, dass Paulus von sich, als von einem Vorbild schreibt, dem viele folgen werden. Paulus war davon überzeugt, dass Gott auch nach ihm noch Sünder retten und ihnen ewiges Leben schenken würde.

Dieser Gedanke veranlasst Paulus zu einem Lobpreis und führt ihn in die Anbetung Gottes. Darin können wir einen zwingenden Zusammenhang erkennen, zwischen dem Erkennen der eigenen Sündhaftigkeit, der Sicht über Gott und der damit verbundenen Anbetung. Während Paulus in 1.Korinther 15,9 von sich noch als der geringste der Apostel sprach, sich selbst dann in Epheser 3,8 als allergeringste von allen Heiligen bezeichnete, sieht er sich nun als der erste unter den Sündern. Paulus erkannte über die Jahre immer mehr von Gottes Wesen, was ihn dahin führte, sich immer geringer in seinen eigenen Augen zu sehen. Möge Gott auch uns dahin führen, damit wir mit Paulus zusammen Gott, unserem König der Zeitalter, der über alle Dinge herrscht, der in Ewigkeit immer der selbe sein wird, ja dem allein wahren Gott alle Ehre und Herrlichkeit zusprechen können.