Andachten

Jesu Weg auf Erden

„Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, daß ich es tun sollte.  Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!“ (Joh. 17,4-5)

Die Verherrlichung ist im Johannes-Evangelium ein großes und immer wiederkehrendes Thema. Oft wird von Jesu Verherrlichung gesprochen, die auch immer mit Gottes Verherrlichung zusammenhängt. Der Vater ist es, der den Sohn verherrlicht (V.1) und wenn der Sohn verherrlicht wird so wird zugleich auch der Vater verherrlicht.

Nun sagt Jesus in V.4 er habe den Vater bereits verherrlicht und das Werk vollbracht. Damit meint er das Erlösungswerk, zu welchem ihn sein Vater schon vor Grundlegung der Welt auserwählt hat.

Jetzt stellt sich die Frage: Warum spricht Jesus hier in der Vergangenheit, steht die Kreuzigung nicht noch bevor? Oder ist es möglich, dass Jesus hier die falsche Zeitform nutzte? Keineswegs. Jesus macht dadurch vielmehr deutlich, dass er völlige Gewissheit hat, dass er bis zu seinem Tode durchhalten würde. Auch wenn er einerseits gerne den Kelch weitergeben würde, ist ihm doch der Wille seines Vaters wichtiger. Es stand also felsenfest, dass Jesus das Erlösungswerk vollenden würde.

Was schlussfolgert Jesus nun daraus? Die Schlussfolgerung ist in einer Bitte formuliert. Er bittet seinen Vater, dass er ihm die Herrlichkeit gebe, die er bei ihm hatte, bevor die Welt überhaupt existierte.

Herrlichkeit ist in der Bibel oft ein Ausdruck für göttlichen Glanz. In diesem Glanz erstrahlte einst auch Jesus. Ja, er war einst in göttlicher Gestalt, doch hielt er es nicht für einen Raub Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an und wurde so, wie wir Menschen. Er blieb gehorsam bis zum Tod und erniedrigte sich selbst, wobei der Höhepunkt in der Kreuzigung liegt, wo er, der Gerechte, einen Verbrechertod erlitt. Doch sein Vater erhöhte ihn wieder, er gab ihm den Namen, der über allen Namen ist, damit sich alle Knie, derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. (vgl. Phil 2,5-11) Er sitzt nun als König und Herrscher zur Rechten Gottes.

Warum hat Christus nicht an der Herrlichkeit festgehalten, die er einst hatte? Er hätte allen Grund dazu gehabt. Doch er erniedrigte sich selbst, sodass wir, die wir ihn nicht suchten, ewiges Leben haben können.

Danken wir unserem Retter, dass er es nicht für einen Raub hielt Gott gleich zu sein, sondern sich selbst völlig erniedrigte, sodass wir errettet werden. Gleichzeitig dürfen wir ihn loben und ihm die Ehre geben, denn er ist nun erhöht und hat den Namen, der über allen Namen ist. Ihn wollen wir preisen.

Johannes 17 (3/16)