Andachten

Ich will (k)eine Scheidung!

Aber ich will an meinen Bund gedenken, den ich mit dir geschlossen habe in den Tagen deiner Jugend, und ich will einen ewigen Bund mit dir aufrichten. (Hesekiel 16,60)

Ein Ehepaar hat sich mal wieder verkracht. Nach zwei Jahren hält es der Mann einfach nicht mehr aus: „Ich will die Scheidung!“, wirft er seiner Frau entgegen. Noch keine zwei Jahre waren die beiden, die früher noch Hals über Kopf ineinander verliebt waren, so zerstritten, dass keine Heilung der Beziehung mehr möglich war. Dabei waren es eher Kleinigkeiten, wie z.B., dass die Frau zu viel Geld fürs Shoppen ausgab, die die beiden auseinanderbrachten.

Jerusalem, die in diesem Kapitel als Ehefrau beschrieben wird, befand sich zur Zeit des Propheten Hesekiel in einer ähnlichen Situation. Sie hatte sich von ihrem Gott, der sie mit einer erstaunlichen Liebe geliebt hat, abgewandt. Sie tat das Unvorstellbare: Nachdem Gott sie aus reiner Gnade gerettet hatte (Hes 16,1-14), kehrte sie ihrem Ehemann den Rücken zu und lief anderen Götzen nach, um schlimme Hurerei mit ihnen zu treiben (Hes 16,15-34).

Nun hatte der HERR jedes Recht, Jerusalem dafür zu richten (Hes 16,35-59). Ihre Verdorbenheit und ihre Gräuel muss sie tragen (Hes 16,58). Hesekiel erklärt: „Denn so spricht Gott, der Herr: Ich handle an dir, wie du gehandelt hast! Du hast den Eid verachtet, den Bund gebrochen.“ (Hes 16,59). Umso verblüffender ist allerdings dann die direkt darauffolgende Aussage des HERRN: Aber ich will an meinen Bund gedenken, den ich mit dir geschlossen habe in den Tagen deiner Jugend, und ich will einen ewigen Bund mit dir aufrichten. Gott hätte jedes Recht auf Scheidung, doch er sagt: Ich will keine Scheidung!

Das, was in unseren Augen unvorstellbar ist, das tut Gott bzw. tut Gott nicht. Er sagt nicht: Ich will die Scheidung und zwar an einem Punkt, an dem jeder Ehemann (oder auch jede Ehefrau) es für legitim befunden hätte, die Scheidung einzufordern.

Diese Gnade gibt uns Gott! Absolut unverdient! Er entschließt sich dazu uns zu lieben. Solch eine Liebe ist nur noch bestaunenswert. Lasst uns unserem treuen Gott mit Treue und Gehorsam und auch mit großer Freude auf diese Liebe antworten.

Verschlagwortet mit