Andachten

Wenn das so ist … dann will ich ihm dienen!

… wie wird nicht viel mehr der Dienst des Geistes in Herrlichkeit bestehen? (2. Kor 3,8)

Das mit dem Dienen ist immer so eine Sache. Ich kenne das, dass ich nach einer motivierenden Predigt wieder mit frischem Elan mein Leben Gott hingeben möchte. Zu häufig merke ich aber, dass ich spätestens am nächsten Tag kaum mehr was von dieser Motivation behalten habe. Dienen ist immer so anstrengend, es kostet Zeit, Aufwand, Nerven, man muss sich mit Menschen rumschlagen, die einem manchmal ganz schön auf den Geist gehen können usw. Tatsächlich habe ich mir dann schon manchmal gewünscht, ein levitischer Priester im Alten Bund zu sein.

Das muss aufregend gewesen sein. Dieser Tempel, der so prachtvoll hergestellt war… diese ganzen edlen Geräte und alles scheint so andächtig und ehrwürdig in diesem Tempelgebäude. Dort anzubeten und den Dienst zu verrichten war doch bestimmt spannend und viel intensiver…

Wirklich? Also Paulus und vor allem der Hebräerbriefschreiber sind nun definitiv nicht davon überzeugt, dass der Alte Bund in irgendeiner Hinsicht besser war, als der Neue Bund in Christus. Der Hebräerbriefschreiber spricht in den höchsten Tönen von Jesus, dem Mittler des Neuen Bundes (Hebr 12,24). Jesus, der Neue Bund und folglich auch die Anbetung in diesem Neuen Bund sind um so ein Vielfaches vorzüglicher als es im Alten Bund der Fall war.

Derselben Meinung ist auch Paulus. Nachdem er gesagt hat dass Gott uns fähig gemacht hat, Diener des Neuen Bundes zu sein (2. Kor 3,6), fährt er fort und sagt: „Nun wurde Gottes Herrlichkeit ja schon bei dem Dienst sichtbar, dessen Gesetzestext in Stein gemeißelt war und der zum Tod führte.“ (2. Kor 3,7a NGÜ) – sprich: er bestätigt meine Vermutung, dass der Dienst im Alten Bund schon herrlich gewesen sein muss. Paulus führt weiter aus: „Die Israeliten konnten Mose nicht direkt anschauen, so sehr blendete sie die Herrlichkeit, die von seinem Gesicht ausstrahlte  – und dabei war das doch ein Glanz, der wieder verging!“ (2. Kor 3,7b NGÜ). Und dann stellt er die Frage, die in unserem Eingangsvers gestellt wurde: „Muss sich dann bei dem Dienst, der vom Geist Gottes bestimmt ist, ´Gottes` Herrlichkeit nicht in noch viel größerem Maß zeigen?“ (2. Kor 3,8 NGÜ).

Wenn der Alte Bund schon herrlich war und folglich auch der Dienst – können wir uns dann überhaupt vorstellen, wie herrlich der Dienst im Neuen Bund sein muss? Ja, im Alten Bund gab es einen Tempel, der kunstvoll war, dessen Pracht kaum von einem anderen Gebäude übertroffen wurde. Aber nun leben wir in der Zeit, in welcher Gott durch Jesus Christus einen viel größeren, nämlich einen geistlichen Tempel aufgerichtet hat – die Gemeinde des lebendigen Gottes (1. Tim 3,15)! Auf den Dienst in der Gemeinde wäre jeder alttestamentliche Priester neidisch gewesen. Die Gemeinde ist der Ort, wo Gott wohnt! Im Alten Bund hatte Gott sich entschlossen in einem Tempel zu residieren – obwohl eigentlich klar ist, dass Gott nicht in einem Gebäude wohnt (Apg 17,24). Dort konnte aber nur einmal im Jahr ein Hoherpriester die Gegenwart Gottes recht intensiv erleben.

Nun aber wohnt Gott durch seinen Heiligen Geist in uns (1. Kor 6,19-20). Er ist uns in Christus näher als er es je einem alttestamentlichen Gläubigen war. Und das ständig, denn er weicht niemals von uns. Wenn das so ist – wenn also dieser neue Bund so gewaltig, so viel größer ist – sollte dann nicht unsere natürliche Reaktion die sein: „Ich will ihm dienen. Egal wie hart, wie deprimierend, wie nervenaufreibend es auch sein mag, diesem großen und herrlichen Gott möchte ich dienen.“