Andachten

Lehre uns reden (2/3)

In der letzten Andacht dieser Themenreihe schlossen wir mit dem Gebet, dass Gott uns dabei hilft, unseren Mund immer mehr zu einer Quelle des Lebens zu machen. Gott möchte uns verändern, auch in diesem Bereich, und er tut das durch sein Wort. In den Sprüchen schenkt er uns einen reichen Schatz mit Wahrheiten die uns auch auf diesem Gebiet helfen können. In meinem Studium des Sprüchebuches kam ich auf 61 Verse, die mit dem Thema Worte und Reden zu tun haben. Somit gehört dieses Thema auf jeden Fall zu den wichtigsten, die die Autoren der Sprüche behandelten. Das Thema ist natürlich eng mit dem Hauptthema des Buches (Weisheit) verknüpft, so finden sich auch oft Verse wie diese: “Die Weisen bewahren Erkenntnis auf, aber der Mund des Narren ist drohender Unglücksfall.” (Spr 10,14). Weise Menschen erkennt man also vor allem auch daran, wie und was sie reden. Vielleicht stellst du dir jetzt einen Menschen aus deinem persönlichen Umfeld vor, der aus deiner Sicht nur Blödsinn redet. Ständig kommen nur dumme Sprüche aus seinem Mund oder die Gesprächsthemen, die er wählt, sind belanglos oder sogar schmutzig und Gott nicht wohlgefällig. Ich denke die meisten kennen solche Menschen – die Bibel bezeichnet sie als “drohenden Unglücksfall”. Das sind harte Worte. Wie sehr sollten wir uns also davor hüten, solche Menschen zu werden.

Bei der Menge der Worte fehlt Übertretung nicht; wer aber seine Lippen zurückhält, ist einsichtsvoll. (Spr 10,19)

Ein Erkennungsmerkmal von Menschen, die durch ihr Reden ihre Weisheit erkennbar werden lassen, ist die Quantität ihrer Worte. Anders gesagt: Sie reden nicht übertrieben viel, sie quasseln nicht oder reden ständig nur um des Redens willen. Sie führen Gespräche bewusst und zielgerichtet. Natürlich sollte man das nicht mit einer zurückgezogenen, schüchternen Art verwechseln, genauso wie man Extrovertiertheit nicht mit Narrheit gleichsetzen kann. Jedoch sind Worte und Kommunikation ein Mittel, das es bewusst zu gebrauchen gilt, da es – wie wir schon festgestellt haben – leicht ist, die Kontrolle über seine Worte zu verlieren und damit zu verletzen oder zu sündigen. Genau dies lehrt uns auch der obige Spruch: “Bei der Menge der Worte fehlt Übertretung nicht.” Darum lasst uns in unserem Reden bewusster darauf achten, vorher zu überlegen, warum wir etwas sagen wollen. Wie schnell kommen Worte aus unserem Mund, durch die wir uns selbst gut darstellen wollen, nach Anerkennung haschen (oder auch Mitleid in einer Leidsituation) oder durch die wir einen Dritten schlecht dastehen lassen, was alles nur unserem Stolz bzw. unserer Ehre dient, anstatt dass Gott durch unser Reden verherrlicht wird.

Seine Lippen zurückhalten zu können, bzw. die Kontrolle über das Ruder seines Schiffes zu haben (Jak 3,4), bedeutet aus der Sicht Gottes einsichtsvoll zu sein. Das ist es, was wir als seine Kinder anstreben wollen. Doch dahin zu gelangen ist nicht das Ergebnis einer einmaligen Entscheidung. Es beinhaltet lang währende und vielleicht anstrengende Veränderung und Selbstdisziplin. Es erfordert, ehrlich zu seinen Nächsten zu sein und sich auch der ehrlichen Einschätzung und den Ratschlägen anderer “auszusetzen”. Doch es lohnt sich. Denn “die Zunge des Gerechten ist auserlesenes Silber, der Verstand der Gottlosen ist wenig wert.” (Spr 10,20).

Die Sprüche (47/100)