Andachten

Jesus ist der perfekte Beistand

 Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein  – und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein – und ich bin in ihnen verherrlicht. (Johannes 17,9-10)

Wir alle kennen sicherlich die Gebetsform der Fürbitte. Wir wenden sie oft an, wenn wir zusammen mit anderen Christen beten und Gebetsanliegen teilen. Aber auch im persönlichen Gebet tun wir oft Fürbitte für verschiedene Menschen. Wir beten für Familie, Freunde, verfolgte Christen unsere Regierung etc.. Fürbitte geschieht ziemlich oft. Dies ist auch sehr gut , denn wir finden es häufig, dass beispielsweise Paulus in seinem Gebet für Gemeinden betete und bestimmte Anliegen vor Gott bringt. Die Fürbitte drückt aus, dass sich Glaubensgeschwister gegenseitig unterstützen, dass sie jeweils an die anderen denken und sich den Problemen ihrer Geschwister annehmen.

In dem heutigen Vers sehen wir, dass auch Jesus Fürbitte tat. Wir wollen hierbei nicht auf den Inhalt der Fürbitte eingehen, sondern vielmehr auf die einfache Tatsache, dass Jesus dies tut.

Zuerst möchten wir uns aber die Antworten auf grundlegende Fragen anschauen. Eine Frage wäre zum Beispiel: Für wen betet Jesus denn in dieser Stelle? Nun, am Anfang des Verses sagt er, dass er für „sie“ bittet. Im Laufe des Verses wird dann klar, wer „sie“ sind. Es sind die Leute, die sein Vater ihm gegeben hat, also die Jünger, seine Nachfolger.

Warum sollte es aber nun wichtig, interessant oder sogar erstaunlich sein, dass Jesus für seine Jünger betet? Ist es nicht völlig normal, dass ein Lehrer will, dass seine Schüler Fortschritte machen und sich deswegen darum bemüht diese Fortschritte zu erreichen, in diesem Fall durch Gebet? Ja, das mag sein. Jedoch nicht unbedingt, wenn der Lehrer kurz vor seinem Tod steht, von dem er auch sicher weiß, dass er demnächst kommen wird.

An wen denkt ein Mensch, an wen denkst du, wenn du vor scheinbar unüberwindbaren Problemen stehst? Denkst du in dieser Situation an andere Personen oder denkst du nur an dich und an dein Problem? Ich denke meistens geschieht Letzteres.

Jesus ist ganz anders. Auch in den schwierigsten Stunden seines Lebens hier auf der Erde denkt er nicht einfach nur an sich selbst, sondern bittet auch für seine Nachfolger, die seine Fürbitte dringend nötig haben. Er wusste genau, dass er verraten, verspottet, gefoltert und getötet werden wird. Trotz dieses Wissens dachte er noch an seine Nachfolger.

Das ist ein wirklich mutmachender Zuspruch an uns. Denn, wenn Christus in den heftigsten und anfechtungsreichsten Zeiten an seine Jünger und Nachfolger dachte und für sie im Gebet einstand, wieviel mehr tut er es jetzt, wo er zur Rechten Gottes ist. Wieviel mehr ist er nun unser Beistand und wieviel mehr nimmt er sich nun unseren Problemen an, als auferstandener Herrscher über Sünde und Tod?

Doch viel wichtiger: Er ist nicht nur ein Beistand für uns in Schwierigkeiten und Versagen, sondern er ist auch ein Beistand für uns vor Gott. In einem Lied heißt es: „Dort vor dem Thron des Gottes, dort droben, habe ich einen starken und perfekten Beistand…“. Wir haben in Christus einen Beistand, der unsere Sünde durch seine Gerechtigkeit austauscht und uns so gerecht vor Gott macht. Er bittet für uns und wir dürfen ihm dafür danken und ihn preisen.

Johannes 17 (6/16)