Andachten

Woher kommt Streit unter Christen?

Woher kommen Kriege und woher  Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: aus euren Begierden, die in euren Gliedern streiten? Ihr begehrt und habt nichts; ihr mordet und neidet und könnt nichts erlangen; ihr streitet und führt Krieg; ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, damit ihr es in euren Begierden vergeudet. 
Jakobus 4,1

Es sind schreckliche Worte die wir soeben gelesen haben. Diese Bestandsaufnahme des Jakobus muss den Christen, die seinen Brief ursprünglich gelesen haben die Schamröte ins Gesicht getrieben haben. Doch wenn wir ehrlich zu uns selbst sind – ist dies nicht auch häufig der Zustand in unserem Leben und unseren Gemeinden? Häufig beginnt ein Streit mit gegenseitigen Beschuldigungen. Jeder ist der Meinung, der andere habe angefangen und habe sich an mir und meinen Rechten vergriffen.

Doch wenn wir hier weiterdenken kommen wir zum Kern des Problems. Streit kommt nicht daher, dass du unfair behandelt wirst. Am Streit ist nicht dein Nächster Schuld oder dein Mitgläubiger. Deine eigene Begierde ist der wahre Grund für Streitigkeiten in deinem Leben.

Da kommt einer daher und gefährdet etwas, was du begehrst. Dies mag Ansehen sein, Ruhe, Harmonie, Macht, Reichtum und Wohlbefinden oder so vieles mehr. Töricht wie wir sind, meinen wir, dass wir auf all diese Dinge einen Anspruch haben und denken überhaupt nicht daran, dass es unserem Meister selbst an den meisten dieser Dinge fehlte.

In unseren Begierden fangen wir dann sogar an, Gott darum zu bitten, den Streit zu unseren Gunsten zu lenken und uns unsere Mitmenschen zu unterwerfen. Schließlich sind wir doch im Recht! Doch denken wir an Stellen wie „Warum lasst ihr euch nicht  lieber unrecht tun?“ oder „der nicht schmähte als er litt“. Christus selbst ist unser Vorbild, auch in Streitigkeiten. Wir haben kein Recht ihn zu bitten, Streit zu unseren Gunsten zu lenken, damit wir endlich das zurückbekommen, was wir ursprünglich begehrten. Eine Bitte, die nur für unsere Begierden ausgesprochen wird hat laut Jakobus keinerlei Aussicht auf Erhöhrung.

Vielleicht ärgerst du dich, während du diesen kurzen Text liest. Doch denke an Paulus Worte: „Bin ich euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?“ Die Bibel nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um unseren eigenen Zustand geht. Streit unter Christen ist nicht gut. Häufig geht es nicht um den eigentlichen Streitgegenstand. Oft sind die Streitthemen wechselnd, doch sie alle haben gemeinsam, dass wir durch den Streit unsere Begierden befriedigen möchten und „Recht behalten möchten“. Prüfen wir uns doch heute ernsthaft im Licht der Bibel und räumen wir alle Streitigkeiten aus. Soweit es an uns liegt, sollten wir Frieden halten mit jedermann. Nur so können wir auf dem Weg der Heiligung vorwärts gehen.