Andachten

Jesus bittet und erfüllt

Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde.

(Johannes 17,11-12)

Es ist immer wieder aufs Neue faszinierend, wenn man sich im Klaren ist, dass Jesus für seine Nachfolger betet. Der perfekte Beistand tut Fürbitte bei seinem Vater, für alle, die an ihn glauben. Er, der eigentlich den Ratschluss seines Vaters kennt, bittet dennoch. Obwohl er in einer perfekten Beziehung zu seinem Vater steht und weiß, wie sein Vater handeln wird, bittet er ihn trotzdem um gewisse Dinge. Es ist ihm nicht zu schade zu beten.

In den heutigen Versen sticht eine Bitte heraus. Jesus  Christus bittet seinen Vater: „Heiliger Vater, erhalte sie (seine Nachfolger) in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seine wie wir.“

Dieser Ausdruck „in deinem Namen“ macht seine Bitte ganz weit. Verschiedene Aspekte werden damit angesprochen.

In Joh 1,12 schreibt Johannes, dass Jesus denen Macht gab Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Ein Aspekt, wenn nicht sogar der Hauptaspekt, ist somit der Glaube. Jesus bittet seinen Vater, dass er die Gläubigen im Glauben bewahrt. Ein weiterer Aspekt wird deutlich, wenn wir den letzten Teil der Bitte beachten: „dass sie eins seien wie wir“. Jesus bittet darum, dass seine Nachfolger eins seien, zusammenhalten, zusammen in seiner Lehre, die wahr ist, verharren. Aus dem Korintherbrief kennen wir das Bild des Leibes. Jesus bittet Gott, dass er die Gläubigen in einem Leib zusammenhält. Er wusste genau, dass dieser Leib Seitenhiebe abbekommen wird, dass er geschlagen wird. Er wusste, dass der Leib Verführungen entgegentreten wird, wenn er nicht mehr da sein wird. Nur Gott hat die Macht dazu diesen Leib trotz den Anfechtungen zusammenzuhalten.

Aber warum sollte Gott Leute im Glauben erhalten, die Jesus glauben? Warum sollte er sie vor Anfechtungen beschützen? Sie sind doch allesamt Sünder und ermangeln offensichtlich des Ruhmes bei Gott. Wir alle sind es doch gar nicht wirklich wert von Gott bewahrt zu werden. Genau das ist der Knackpunkt und der Punkt, an dem wir uns wirklich freuen dürfen.

Jesus war es, der dafür gesorgt hat, dass seine Bitten in Erfüllung gehen. Durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung hat er es möglich gemacht, dass Gott uns im Glauben erhält und in einer Gemeinschaft erhält. Denn Gott sieht nun nicht mehr uns an, sondern seinen Sohn, der für uns starb und dessen Gerechtigkeit wir tragen dürfen. In Joh 10,27-30 lesen wir davon, dass Christus uns ewiges Leben gibt und dass wir niemals verlorengehen werden. Sein Vater wird uns in seiner Hand halten und uns niemals loslassen, weil Christus durch seinen Sühnetod dafür gesorgt hat.

Bedeutet das, dass wir alles tun dürfen, was wir wollen? Gott wird uns ja nicht aus seiner Hand loslassen, oder? Wenn wir diese Schlussfolgerung machen, dann haben wir diese Verse nicht richtig verstanden.

Diese biblischen Aussagen sollten uns nicht motivieren alles zu tun, was wir halt so wollen. Vielmehr geben sie uns Hoffnung, sie geben uns Mut zum Vertrauen und sie nehmen massiven Druck von unseren Schultern, da wir wissen, dass unsere Gerechtigkeit nicht von Bedeutung ist, sondern allein Christi Gerechtigkeit uns zum wahren Leben führt.

Johannes 17 (7/16)