Andachten

Es ist Zeit, den HERRN zu suchen…

Ihr habt Gottlosigkeit gepflügt, Unrecht geerntet, die Frucht der Lüge gegessen, denn du hast auf deinen Weg vertraut, auf die Menge deiner Helden.
Hosea 10,13

Die kleinen Propheten sind bei den meisten Christen nicht sehr beliebt. Die Stimmung ist häufig sehr dunkel, die Sprache manchmal schwer verständlich. Doch wenn wir bedenken, wofür Gott die Propheten gebrauchte, können wir auch die kleinen Propheten ganz neu schätzen lernen. Gott gebrauchte die Propheten um sein Volk Israel zu korrigieren, zu ermahnen und auf den richtigen Weg zurückzuführen. Auch wenn die große Masse der Israeliten sich nicht warnen ließ (mit wenigen Ausnahmen taten alle Könige nach David und Salomo viel Böses), so kann der Einzelne doch eine Menge aus den kurzen Büchern lernen.

Häufig in den Propheten beschreibt Gott das Handeln seines Volkes und zeigt ihm die Konsequenzen desselben auf. Auch unsere heutige Stelle malt uns ganz klar vor Augen, dass Gott unser Handeln am besten beurteilen kann, und das er auch festgelegt hat, welche Konsequenzen auf unser Tun folgen. Gott selbst erklärt seinem Volk, dass es den Acker mit Gottlosigkeit gepflügt hat und folgerichtig auch nur Unrecht davon ernten kann. Menschen die ihre Gottlosigkeit hegen und pflegen können nur Unrecht zustande bringen. Ist das Unrecht erst einmal geerntet, wird die Frucht der Lüge genossen.

Bei all seinen bösen Wegen von Gott weg, vertraute Israel auf sich selbst. Auch wenn Gott für Ungehorsam schwere Strafen angekündigt hatte, ließ Israel sich auf seinen falschen Wegen nicht beirren. Einen Vers vor unserem heutigen fordert Gott Israel auf, Gerechtigkeit zu säen um dann auch der Güte gemäß zu ernten. Doch Israel wollte nicht hören. Der Wohlstand des Volkes brachte sie dazu, den Götzendienst auf die Spitze zu treiben, die Altäre zu vermehren und die Götzenbilder größer und schöner zu machen (welche Analogie zu unserer Zeit). So erklärt es Gott seinem Volk in Hosea 10,1.

Häufig wollen wir Menschen uns selbst über die Motive unseres Handelns und dessen Auswirkungen hinwegtäuschen. Deshalb ist es so enorm wichtig, dass wir Gott genau zuhören, wenn er unser menschliches Verhalten beurteilt. Gott irrt sich dabei nie, wir betrügen uns jedoch ständig selbst. Gibt es denn Hoffnung, wenn wir als Volk (und als Gemeinde Gottes?) gefangen sind in unseren Götzen und unserer Bequemlichkeit? Ja, es gibt sie! Gott selbst fordert uns auf:

…denn es ist Zeit, den HERRN zu suchen, bis er kommt und euch Gerechtigkeit regnen lässt.
Hosea 10,12

Wenn wir unser Handeln im Licht des Wortes Gottes prüfen, müssen wir erkennen, dass auch wir oft nicht besser sind, als das alttestamentliche Israel. Auch wir hegen und pflegen unsere Götzen, vertrauen auf uns selbst und täuschen uns hierbei über unsere Motive und Gesinnung hinweg. Doch auf diesem Weg ist kein Gelingen, weder in weltlichen, noch in geistlichen Belangen der Gemeinde. Es ist Zeit, den Herrn wieder ernsthaft zu suchen. Es ist Zeit uns neu in seinem Licht zu prüfen, damit er uns unsere Götzen zeigen kann und uns wahrhaft frei von ihnen macht. Möge Gott seinem Volk dazu Gnade schenken.