Andachten

Was Jakob uns über das Beten lehrt

Damit Jakob zum Beter werden konnte, mussten drei Dinge an ihm geschehen, die hier vermerkt sind: Er musste dahin kommen, dass er allein ist, allein vor Gott, ohne jede menschliche Hilfe und Stütze (V. 25); er ringt im Gebet (V. 25-26; siehe Hos 12,4-5); und er lässt nicht locker, bis er das Erbetene empfangen hat (V. 27).

Hier haben wir die entscheidenden Komponenten, auf die es uns in dem vorliegenden Buch ankommt. Wie wird man ein Beter? Was ist ein Beter? Jakob war schon über zwanzig Jahre ein Gläubiger gewesen, ehe er anfing, ein Beter zu werden. Vielen von uns geht es auch so. Wir hatten bei der Bekehrung und einige Zeit danach gebetet und Gebetserhörungen erfahren. Und dann versanken wir in eine seltsame Form der Gebetslosigkeit. Wir be- teten zwar noch, aber eigentlich sprachen wir nur noch Gebete. Wir sagten richtige Dinge, immer etwa die glei- chen Ausdrücke, aber ohne Glauben, ohne Erwartung, ohne gespanntes Ausschauen nach der Erhörung. Es muss uns irgendwann einmal so ergehen wie Jakob. Wir müssen in solche Not kommen, in der wir erkennen, dass wir keinen Helfer haben außer dem Herrn, und wir müssen wohl auch durch eine solche Nacht gehen, in der uns jede Stütze genommen ist und Gott anfängt, uns niederzuringen. Dann erreichen wir jene Grenze, die wir einmal überschritten haben müssen. Dann beginnen wir, Gott und sein Wort so ernst zu nehmen, dass wir entschlossen sind, so lange zum Herrn zu schreien und von ihm nicht zu lassen, bis er antwortet.

Peters, Benedikt. Lehre uns beten, S. 21-22