Andachten

Post von Gott

„Und dies ist die Schrift, die geschrieben wurde: Mene, mene, tekel upharsin.“ (Daniel 5,25)

Vor ein paar Tagen habe ich von meiner Schwester einen Brief geschickt bekommen. Das ist etwas Besonderes für mich, weil ich hier in der Schweiz mit meinen Freunden und meiner Familie von zuhause meist nur über WhatsApp kommuniziere. Ich habe mich sehr gefreut, als ich den Brief in meinem Postfach vorfand und ihn lesen durfte. Die persönliche Handschrift, das spürbare Papier, es war einfach persönlicher und kreativer als eine Nachricht per WhatsApp. Post zu bekommen von meinen Freunden oder meiner Familie bereitet mir Freude. Dass sich jemand hingesetzt hat, sich Zeit genommen und Gedanken gemacht hat und sogar Geld für das Porto eingesetzt hat, nur um mit mir in Kontakt zu kommen, imponiert mir.

Belsazar, König über Babylon zur Zeit des Propheten Daniel, bekam auch eine Nachricht. Auch seine Nachricht war persönlich und kreativ übermittelt worden. Sogar die Handschrift des Verfassers war vorhanden. Der Unterscheid zu dem Brief meiner Schwester war der, dass seine Post nicht auf einem Stück Papier stand und auch der Inhalt nicht sonderlich einfach zu verstehen war. Eine Hand schrieb vier Worte an die Wand des Palastes von Belsazar (Dan 5,5): „Mene, mene, tekel upharsin.“ – Vier Worte, die dem König und seinen Zeichendeutern Kopfzerbrechen bereiteten. Was sollte das heißen? Wem gehörte diese Hand? Was war die Bedeutung der vier Worte?

Im Gegensatz zu mir war der König nicht in der Lage, die an ihn gerichtete Botschaft zu verstehen. Er lässt Daniel holen, der bekannt dafür war, Rätsel wie dieses lösen zu können. Daniel legt ihm die Schrift aus. Er erklärt Belsazar, dass Gott die Hand geschickt hatte und ihm damit eine Botschaft schicken wollte. Im Gegensatz zu dem Brief meiner Schwester war allerdings der Inhalt der Botschaft nicht freudig, sondern eine Gerichtsankündigung. Daniel erklärt: „Mene – Gott hat dein Königtum gezählt und macht ihm ein Ende. Tekel – du bist auf der Waage gewogen und zu leicht befunden worden. Peres (Einzahl von upharsin) – dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben.“ (Dan 5,26-28)

Daniel erklärt Belsazar, dass er sich gegen Gott versündigt hat und ihm seine Stellung als König genommen wird. In der darauffolgenden Nacht stirbt Belsazar, Gott hatte sein Gericht vollzogen (Dan 5,30). Mit der Bibel verhält es sich ähnlich wie mit dem Unterschied zwischen dem Brief meiner Schwester und der Nachricht an Belsazar. Für die einen Menschen ist die Bibel der „Liebesbrief Gottes“, der ihnen Kraft, Freude, Rettung und Frieden schenkt. Diese Menschen dürfen die Botschaften Gottes verstehen und sie lieben lernen. Diese Menschen sind wir, Kinder Gottes, die wir durch die Bibel das Evangelium Gottes verstehen und erleben dürfen. Für die anderen Menschen ist die Bibel unverständlich, der Sinn der Errettung bleibt ihnen verschlossen und die Bibel kündigt das Gericht Gottes über diese Menschen an. Ungläubig werden sie die Wahrheit der Bibel als Dummheit abtun und dafür ewig leiden. Wie Belsazar werden sie gerichtet werden für ihre Sünden. Diese Botschaft hängt über ihrem Leben und wird garantiert eintreffen, wie das Gericht über Belsazar noch in der folgenden Nacht eingetroffen war.

Wie schön ist es, wenn das Wort Gottes heute noch für Menschen von einer Gerichtsbotschaft in einen Brief der Liebe verwandelt wird. Gott tut große Wunder und gibt Menschen Einsicht in seine gute Botschaft.
Lasst uns nicht aufhören, für unsere ungläubigen Freunde, Bekannten und Familienangehörigen zu beten. Lasst uns beten, dass ihnen die Gerichtsbotschaft Gottes in die freudige Nachricht Gottes verwandelt wird.

„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, eine Torheit, uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.“ (1. Kor 1,18)