Andachten

Die Geschichte der Schöpfung (2/7): Wie alles den Bach runterging Teil 2/2

Auch wenn viele Leute versuchen, schöne Dinge zu kreiren – Leute backen schön verzierte Kuchen, designen stylische Autos, gestalten schöne Gartenanlagen, zeichnen schöne Bilder oder entwerfen modische Klamotten – keine Kreation wird je an das heranreichen, was Gott in der Schöpfung vollbracht hat. Diese Erde, unsere Planeten, unseren Mond, unsere Sonne unser Sonnensystem, unsere Galaxie… Keiner kann in dieser Hinsicht Gott das Wasser reichen. Gott hat alles fantastisch geschaffen.

Umso fataler ist es, dass durch den Ungehorsam von uns Menschen diese Welt sündig geworden und gefallen ist. Tod, Unrecht, Zerstörung, Kriege, Umweltkatastrophen, Missbrauch von Gottes Ressourcen (z.B. bei der Herstellung von Massenvernichtungswaffen oder Foltergeräten) etc. – all das hat durch den Sündenfall Einzug erhalten.

Beim letzten Mal haben wir uns den Sündenfall und die Geschichte bis zur Sintflut angesehen. Wenn ich mir vorstelle, ich würde die Bibel zum ersten Mal bis zu diesem Punkt lesen, hätte ich an dieser Stelle so große Hoffnungen, dass sich ab jetzt alles ändert. Gott hat der Menschheit nochmal eine Chance gegeben. Hoffentlich kommen die Menschen dieses Mal nicht auf diese hirnrissige Idee, gegen Gott zu rebellieren.

Doch es erwartet einen eine schwere Enttäuschung. Auch wenn die Welt äußerlich von bösen Menschen gereinigt und neu geschaffen wurde, so hat sich doch das menschliche Herz innerlich nicht geändert. Erneut kommt die Sünde dazwischen. Innerhalb weniger Jahre schleichen sich Probleme in Noahs Familie ein und einer von Noahs Enkelsöhnen wird gar verflucht. Es kommt in 1. Mo 11 sogar wieder zu einer Steigerung von Rebellion: dem Turmbau zu Babel. Der Mensch ist tatsächlich wieder hochmütig geworden. Erneut folgen Gericht und Gnade. Gott zerstreut die Menschen über die ganze Erde, damit die Bosheit nicht in so geballter Form an einem Ort ist.

Ein weiterer Tiefpunkt in der Menschheitsgeschichte ist erreicht. Man will die Geschichte gar nicht weiterlesen. Wie soll es denn besser werden? Doch dann spricht und schafft Gott erneut. Er ruft keine neue Erde ins Dasein, sondern einen Menschen – Gott beruft den Götzendiener Abraham! Mit diesem Mann und seinen möchte Gott weiter Geschichte schreiben. Aus reiner Gnade lässt er die Menschheit nicht fallen! Ein großes Volk – das Volk Israel – entsteht. Gott erwählt sich eine ganze Nation. Sie sollen sein heiliges Volk und sein besonderes Eigentum sein (2. Mose 19,4-6).

Doch Kenner der biblischen Geschichte wissen: Auch dieses Volk ist nicht besser. Unfassbarerweise rebellieren auch sie gegen den, der sie gerettet hat und ihr Gott sein wollte! Gott lässt eine komplette Generation, die einfach nur stur und halsstarrig war, in der Wüste sterben. Aus ihren Kindern bildet er das Volk neu. Doch – mittlerweile erstaunt es einen kaum noch – die Rebellion geht weiter. Selbst unter König David scheint das Volk nichts dazugelernt zu haben. Gott sendet sein Volk ins Exil. Er straft sie immer wieder und erweist innen wiederholt Gnade. Es findet immer die selbe alte Leier statt. Was in 1. Mose 1-11 geschehen ist, geschah auch während der ganzen Geschichte Israels.

Ein bedeutender Hoffnungsschimmer leuchtet dann auf, als Gott sein Volk aus dem Exil wieder zurückholt. Sie dürfen sogar wieder den Tempel bauen doch – der Tempel ist leer! Gott ist nicht da! Die Stadt Jerusalem wird zwar wieder aufgebaut, aber ist längstens nicht so herrlich wie früher. Und da sitzt auch kein König auf dem Thron. Wieder werden die Israeliten versklavt, nur diesmal im eigenen Land. Es gab auch über die nächsten paar Jahrhunderte keine Propheten mehr. Der Gott, der redet und erschafft, ist verstummt.

Wird dieses Schweigen gebrochen werden? Wird Gott wieder schöpferisch eingreifen? Nächste Woche wird sich zeigen, wie es weitergeht. Was lernen wir erneut aus der Geschichte der Schöpfung bzw. speziell aus der Tatsache, dass alles den Bach runterging? Die Menschen sind und bleiben unverbesserlich. Natürlich können Menschen in gewisser Weise erzogen und diszipliniert bleiben. Und doch wird niemand einfach von sich aus sagen: Ich werde von nun an nie wieder selbstsüchtig sein, kein schlechtes Wort mehr an andere richten und nur noch Gutes tun! Denke daran, wenn dir heute wieder Unrecht von deinen Mitmenschen begegnet, dass ein Sünder vor dir steht. Vielleicht hilft dir das, selbst nicht gleich rachsüchtig zu reagieren. Wenn wir uns gegenseitig als Sünder sehen, fangen wir vielleicht an für den anderen zu beten, ihm in Liebe zu begegnen, anstatt es dem anderen mit gleicher Münze heimzahlen zu wollen. Glaubst du, dass du durch und durch schlecht bist? Das ist gut, dann wirst du mehr und mehr die Notwendigkeit von Christus in deinem Leben entdecken und ihn eingreifen lassen.