Andachten

Die Geschichte der Schöpfung (3/7): Wir brauchen etwas Neues!

Nachdem wir gesehen haben, wie sich ständig die Geschichte wiederholt und wie in jeder Generation die Menschen gegen Gott rebellieren und sich nicht selbst aus dem Treibsand, in dem sie stecken herausziehen können, ist wohl klar: Wir brauchen etwas Neues! So kann es nicht weitergehen. Gott muss etwas Neues schaffen.

Zunächst schweigt er aber für eine lange Zeit. 400 Jahre bleibt die Menschheit ohne einen Propheten, der sie zur Umkehr aufruft. Hat Gott die Menschheit letztendlich doch aufgegeben? Wird eventuell doch nochmal ein Prophet auftreten, der die Menschen wie Mose in die Gegenwart Gottes leiten wird? Nun, es geschieht etwas viel Größeres. Eines erstaunlichen Tages erscheint plötzlich der Schöpfer selbst in einer menschlichen Gestalt. Jeder, der die Bibel etwas kennt, hört unverkennbar die Worte aus 1. Mose 1 wiederhallen, wenn Johannes schreibt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. … Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,1-4.14).

Dieses Wort war Jesus, der menschgewordene Gott. Er ging auf dieser Erde umher und sprach, die Blinden konnten plötzlich sehen und die Tauben hören. Es scheint eine neue Ära anzubrechen. Doch dann kreuzigen ihn böse Menschen und alles scheint seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Die Menschen sind wieder einmal rebellisch und es hat sich daran nichts geändert.

ABER: er stand von den Toten auf und führte durch seine Auferstehung eine neue Schöpfung ein – ein Werk, das noch bis heute andauert. Wenn Jesus spricht, dann weckt er – und das ist wirklich wahr! – tote Sünder zu neuem Leben auf und macht aus ihnen eine neue Schöpfung (Eph 2,1-9; 2. Kor 5,17). Jesus schafft sich ein neues Volk – wir erinnern uns, dass Israel versagt hatte – und eine neue heilige Priesterschaft (1. Petr 2,9). Eine neue Menschheit, die Gemeinde, entsteht. Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur (2. Kor 5,17).

Doch noch geht nicht alles auf. Auch die Christen sündigen immer noch. Es finden Streitereien über biblische Themen statt, Gemeinden spalten sich, Christen lügen weiterhin, sind ihren Eltern ungehorsam und führen oft kein heiliges Leben, das sich von Ungläubigen unterscheidet. Etwas scheint noch zu fehlen. Etwas steht noch aus: Die Vollendung. Wie wahr es doch ist, dass die Neue Schöpfung schon angebrochen ist, so wahr ist es auch, dass der absolut perfekte Zustand noch nicht erreicht ist. Es wird der Tag kommen, an dem Gottes Volk endgültig von aller Bosheit gereinigt und für immer bei ihm in einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde wohnen wird, in denen Gerechtigkeit wohnt (2. Petr 3,13).

Bis dahin ermutige ich dich, als „neue Kreatur“ zu leben. Gott hat dir, wenn du an Jesus Christus glaubst, ein neues Herz geschenkt, er hat dich von der Sklaverei der Sünde befreit. Du bist nicht mehr verpflichtet, ein Leben in der Rebellion gegen Gott zu leben. Und gleichzeitig möchte ich dir den Gedanken mitgeben, dass du nicht von dir und deinen Mitchristen erwartest, dass sie völlig in Reinheit und Nächstenliebe leben. Enttäuschungen wird es von deinen Mit-Geschwistern immer geben. Liebe die, von denen du denkst, dass sie doch eigentlich durch Christus komplett verändert sein sollten. Bete für deine Mitchristen und auch dich selbst, dass Christus sie und dich immer mehr heiligt.