Andachten

Belehrbarkeit – der Pfad zum Leben (2/2)

Einsicht ist für ihre Besitzer eine Quelle des Lebens, aber die Züchtigung der Narren ist die Narrheit. (Sprüche 16,22)

Auch heute wollen wir uns noch einmal dem Thema der Belehrbarkeit zuwenden und herausfinden, was diese zu einer Quelle des Lebens macht, begleitet von der Hoffnung, dass wir selbst empfänglicher für den Rat unserer Nächsten werden und unsere eigene Sturheit überwinden.

„Ein einsichtiger Knecht wird über den schändlichen Sohn herrschen und inmitten der Brüder die Erbschaft teilen.“ (Spr 17,2) Aus diesem Vers lernen wir, dass ein belehrbarer Charakter wertvoller und nutzbringender ist, als das Vorrecht, aus einer gut situierten Familie zu stammen und Aussicht auf ein Erbe zu haben. Denn das beste Erbe und die edelste Familienabstammung nützt einem nichts, wenn man ein sturer Bock ist, der sich nichts sagen lässt und zwangsläufig gegen die Wand laufen wird. So wird sogar ein Knecht, jemand aus der untersten sozialen Schicht, über den „Sohn“, dem eigentlich das Erbe gebührt, herrschen.

Eine schöne Charaktereigenschaften, die durch ein belehrbares Wesen kultiviert wird, ist Geduld. „Die Einsicht eines Menschen macht ihn langmütig, und sein Ruhm ist es, Vergehung zu übersehen.“ (Spr 19,11) Wenn jemand lernwillig ist, ist er auch viel eher geneigt, Verständnis für die Fehler anderer aufzubringen und das macht ihn zu einem geduldigen, angenehmen und sympathischen Genossen. Es ist zum einen für ihn selbst ein Ruhm, bereit zu sein, Vergehung zu vergeben, zum anderen verherrlicht er durch ein solches Verhalten auch Gott, der die Gnade und Vergebung in Person ist, da er mit sündigen und verdorbenen Menschen, mit seinen Feinden, Geduld hatte und er diese Frucht des Geistes auch in uns wirken möchte. Belehrbarkeit ist also ein wichtiger Bestandteil unserer Umgestaltung in das Ebenbild Christi.

Salomo schließt ein Teil seiner Spruchlehren ab, indem er an die Belehrbarkeit seines Schülers appelliert. Folgende Worte, die er dazu verwendet, können wir uns auch immer wieder vor Augen halten – ganz besonders nachdem wir in Gottes Wort gelesen haben, das ebenfalls nützlich ist zur Belehrung (2. Tim 3,16):

Neige dein Ohr und höre die Worte der Weisen, und richte dein Herz auf mein Wissen! Denn lieblich ist es, wenn du sie in deinem Innern bewahrst; mögen sie allesamt auf deinen Lippen Bestand haben! Damit dein Vertrauen auf den Herrn sei, habe ich heute dich, ja dich belehrt. Habe ich dir nicht Vortreffliches aufgeschrieben an Ratschlägen und Erkenntnis, um dir die Richtschnur der Worte der Wahrheit mitzuteilen, damit du denen, die dich senden, Worte zurückbringst, die Wahrheit sind? (Spr 17,21)

Darum „höre auf Rat und nimm Unterweisung an, damit du in der Zukunft weise bist.“ (Spr 19,20) Und „ein Mensch, der vom Weg der Einsicht abirrt, wird ruhen in der Versammlung der Schatten.“ (Spr 21,16)

Die Sprüche (50/100)