Andachten

Anforderungen an Älteste – Teil 1

„Das Wort ist gewiss: Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begehrt er ein schönes Werk.“ (1.Timotheus 3,1)

Die nächste Personengruppe die Paulus in seinem Brief an Timotheus anspricht sind die Ältesten, Aufseher bzw. Vorsteher der Gemeinde. Ganze sieben Verse verwendet Paulus, um die Anforderungen an diesen Aufseherdienst zu beschreiben und wenn man sich die ganze Liste vor Augen führt, kann man erahnen wie wichtig dieses Thema für Paulus war. Doch Paulus wusste, dass der Fisch immer vom Kopf anfängt zu stinken und da das Wachstum, die Einheit und die Gesundheit einer Gemeinde sehr stark von den Ältesten abhängt, ist es auch für uns sehr wichtig diese Verse genauer zu betrachten.

Bevor wir die einzelnen Punkte, die einen Ältesten kennzeichnen, durchgehen werden, sollten wir die Frage beantworten, wie jemand überhaupt zu einem Ältesten wird. Im ersten Vers spricht Paulus von dem Trachten einer Person nach dem Dienst des Vorstehers, was als etwas positives dargestellt wird. Sollte aber jeder Mann, der Ältester werden will, von der Gemeinde als Ältester eingesetzt werden? Aus Apostelgeschichte 20,28 geht eindeutig hervor, dass es der Heilige Geist selbst ist, der Männer zu Ältesten in einer Gemeinde einsetzt, um wie ein Hirte auf die ganze Herde zu achten und die Gemeinde Gottes zu hüten. Der Heilige Geist ist es, der einen Mann aus der Gemeinde beruft und ihn dann auch befähigt diesen Dienst auszuführen. Die Ortsgemeinde steht nun in der Verantwortung diese Männer in ihrer Mitte anzuerkennen, die der Heilige Geist zu Ältesten gemacht hat (vgl. 1.Th 5,12).

Als nächstes stellt sich die Frage, wie man den Dienst eines Aufsehers definieren kann. Glücklicherweise finden wir im Titusbrief ebenfalls eine Liste an Anforderungen an Älteste, anhand derer Titus geeignete Männer auswählen sollte, da es in den jungen Gemeinden noch keine Älteste gab. In Titus 1,9 beschreibt Paulus den Ältesten als jemanden, der an dem, der Lehre gemäßen zuverlässigem Wort festhält, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen. Das griechische Wort für ermahnen bedeutet eigentlich „an die Seite rufen“ und wird auch mit „bitten, flehen, ermuntern, trösten oder zureden“ übersetzt. Diese Synonyme geben uns einen guten Einblick in das Aufgabenfeld eines Ältesten. Des Weiteren finden wir auch in 1.Petrus 5,3 eine Anordnung für Älteste, die nicht herrschend, sondern als Vorbilder für die Herde auftreten sollten.

Vermutlich lässt sich das Bild eines Hirten am anschaulichsten auf den Dienst eines Ältesten übertragen: der Hirte geht der Herde voran und die Schafe folgen ihm nach; der Hirte kennt seine Schafe beim Namen, kennt ihre Bedürfnisse, Sorgen und Ängste; der Hirte kümmert sich um die schwachen und kranken Tiere, die als Schlusslichter der Herde folgen, ebenso wie um die starken Tiere; der Hirte führt seine Schafe zu ruhigen Wassern und frischen Wiesen; der Hirte fürchtet sich nicht, wenn Feinde der Schafe nahen, sondern zieht mutig in den Kampf; der Hirte sieht, wenn eines seiner Schafe fehlt, sucht das verlorene Schaf und geht ihm nach, bis er es gefunden hat, um es dann auf seinen Armen zur Herde zurückzubringen.

Wenn du also nach dem Dienst eines Ältesten trachtest, dann solltest du dir über die immens große Verantwortung im Klaren sein, die dieses Amt mit sich bringt!