Andachten

Die Macht der Sprache

Lukas 19,38-40

«und sie riefen: Gepriesen sei, der da kommt, der König, im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe! Und einige von den Pharisäern, die unter dem Volk waren, sagten zu ihm: Meister, bring deine Jünger zum Schweigen! Und er antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien.»

Jeder Mensch beherrscht sie. Ja sie liegt in Natur von ihm. Die Sprache!

Die Gedanken bestehen durch die Sprache. Und die Sprache selbst gebraucht sich des Denkens. Aber ist es nicht auch die Sprache, die uns genau darin auch beschränkt?

Nun, die Sprache bezweckt noch einiges mehr. Sie ermöglicht das Verstehen, die Kommunikation und ist dadurch ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins. Aber seltsamerweise kann man zwar dieselbe Sprache sprechen aber einander doch nicht verstehen.

Grundsätzlich aber schafft die Sprache Gemeinschaft. Sprache schafft Einheit und Einheit ist Macht. Genau von dieser Einheit und Macht lesen wir im 1. Mose 11 beim Turmbau von Babel. Die Menschheit hatte «einerlei Zunge und Sprache». Mithilfe dieser gemeinsamen Kommunikation konnten durch Wörter und Werte, derartige Grossbauten verwirklicht werden. Ihr Ziel war aber das Gegenteil von Gottes Ziel für die Menschen. Sie wollten sich selbst so einen Namen machen anstelle Gott zu ehren.

Dies führt uns dahin, warum Gott die Sprache uns überhaupt geschenkt hat. Gott schafft die Welt durch sein Wort. Er interpretiert seine Sprache für uns. So lässt Er uns also seine Sprache sprechen und verbindet uns dadurch mit Ihm. Durch unsern Sprachgebrauch und deren Einheit sind wir also mit Gott in Gemeinschaft. Das Ziel also ist, dass wir Gott durch den Gebrauch der Sprache loben und verherrlichen.

Da wir aber die Sprache missbrauchten (1.Mose 11 – Turmbau von Babel) hat Gott uns diese Gemeinschaft genommen durch die Sprachverwirrung. Dadurch entstand aber eine Sprachvielfalt, mit welcher Gott neue Ausdrucks- und Erfahrungsmöglichkeiten eröffnete. Es erweiterte die Weltansichten und Weltdeutungen, welche durch einen einzelnen Menschen geistig nie so erkannt hätten werden können.

Am Pfingstwunder wirkte Gott der Sprachverwirrung von Babel entgegen. «…denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden…» (Apg 2,6ff).

Die mächtige sprachliche Einheit war wiederhergestellt. Sprachbarrieren wurden überwunden für den eigentlichen Grund der Sprache: Um gemeinsam in den Lobpreis Gottes einzustimmen (ein jeder in seiner Sprache).

Darum sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt, der König, im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!»