Andachten

Was macht einen Diakon aus? – Teil 1

„Ebenso die Diener; ehrbar, nicht doppelzüngig, nicht vielem Wein ergeben, nicht schändlichem Gewinn nachgehend, die das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren. Auch sie aber sollen zuerst erprobt werden, dann sollen sie dienen, wenn sie untadelig sind. Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allem. Die Diener seien jeweils Mann einer Frau und sollen den Kindern und den eigenen Häusern gut vorstehen; denn die, welche gut gedient haben, erwerben sich eine schöne Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist.“ (1.Timotheus 3,8-13)

Nachdem Paulus die Ältesten in einer Gemeinde beschrieben hat, widmet er sich nun der Personengruppe der Diener (Diakone) in einer Gemeinde und zeigt uns dadurch, welche Eigenschaften ein Diakon haben soll. Obwohl jeder Christ dazu berufen ist, seine Gaben in der Gemeinde einzusetzen, um seinen geistlichen Geschwistern damit zu dienen, gibt es Personen in der Gemeinde, die von Gott im Besonderen für das Dienen begabt wurden.
Beim Betrachten der oben zitierten Verse fällt dem Leser die Ähnlichkeit zu den Versen auf, die einen Ältesten beschreiben, was bereits durch das Einleitungswort Ebenso angedeutet wird. Eigentlich gibt es keine Anforderung an einen Diakon, die ein Ältester nicht auch erfüllen müsste und dennoch gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen den beiden Personengruppen: Diakone stehen der Gemeinde nicht vor, sondern sie dienen ihr! Sie führen die Gemeinde nicht an und geben ihr auch nicht die Lehre vor. Die Aufgabe der Diakone besteht darin, dass sie den Ältesten Aufgaben abnehmen, die sie von der Erfüllung ihrer eigentlichen Pflichten, wie der Wahrung der gesunden Lehre, abhalten. So wurden beispielsweise in der Apostelgeschichte sieben Männer erwählt, die dafür sorgen sollten, dass jede Witwe in der Gemeinde versorgt wird (vgl. Apg 6,1-7).

Natürlich können und sollen die Diakone durch ihren Dienst den anderen Gläubigen ein Vorbild sein und in gewisser Weise in diesen Bereichen ihnen vorstehen. Auch Stephanus wurde von Gott gebraucht, um die Streitsüchtigen aus der Synagoge durch Gottes Wort zurechtzuweisen, doch war das nicht seine Hauptaufgabe, was auch durch die Aussage der Apostel, die in der Gemeinde in Jerusalem in gewisser Weise die Rolle der Ältesten inne hatten, in Apostelgeschichte 6,4 deutlich wird: Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.

Das Aufgabenfeld eines Diakons ist somit sehr vielfältig und nicht auf bestimmte Bereiche beschränkt. Es könnte z.B. der Begrüßungsdienst am Sonntag sein, der es sich zur Aufgabe macht, Fremde oder Besucher der Gemeinde einen Platz zuzuweisen und nach dem Gottesdienst gegebenenfalls noch zum Essen einzuladen. Es könnte auch der Dienst an dem Gemeindehaus selber sein, wenn irgendwelche Renovierungs- oder Instandhaltungsarbeiten zu erledigen sind. Nicht zuletzt fallen auch sicherlich die Organisation von Gemeindeveranstaltungen und die Finanzen der Gemeinde in den Aufgabenbereich der Diakone. Und weil jede Gemeinde etwas anders aufgestellt ist, sind in unseren Versen auch keine Aufgaben aufgelistet, die ein Diakon zu tun hat, sondern es werden Charaktereigenschaften genannt, die diese Personen auszeichnen.

Eine Frage, die sich jeder Christ zu stellen hat, unabhängig davon, ob er Diakon in einer Gemeinde ist oder nicht, ist, ob er oder sie die von Gott gegebenen Begabungen für die Gemeinde einsetzt oder nicht, denn das ist etwas, zu dem wir alle ausnahmslos berufen sind!