Andachten

Wenn du wirklich geschmeckt hast…

Legt nun ab alle Bosheit und allen Trug und Heuchelei und Neid und alles üble Nachreden, und seid wie neugeborene Kinder, begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch – damit ihr durch sie wachset zur Rettung -, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist!

1. Petrus 2,1-3

Bezüglich der Themen Heiligung, Rechtfertigung und Sünde im Leben eines Christen gibt es auch unter den Bibeltreuen viel Verwirrung. Einige meinen, völlige Heiligkeit sei in diesem Leben erreichbar. Andere meinen, unter Bezugnahme auf Verse wie unsere heutigen, dass ein Christ sogar in der Heiligung fortschreiten muss um dann irgendwann wirklich gerettet zu werden. (Im Prinzip zielt auch die Fegefeuer-Lehre der Katholischen Kirche in diese Richtung).

Doch lehren die heutigen, wirklich schönen Verse keineswegs, dass ein Christ in diesem Leben völlige Heiligkeit erreichen wird oder sogar, dass dies nötig sei um gerettet zu werden. Gerettet wird der Mensch allein aus Gnade, durch Glauben an Jesus Christus, kraft seines Opfers am Kreuz. Und das ein für allemal, wie uns der Hebräerbrief erklärt.

Was meint Petrus aber, wenn er sagt „legt nun ab“ und „wachst zur Rettung“? Offensichtlich spricht er ja zu Gläubigen, denn Nicht-Christen werden zunächst zu Glauben und Buße gerufen, bevor sie mit dem Ziel der Heiligung konfrontiert werden. Petrus‘ Leser sollten nach der unverfälschten Milch (der guten und gesunden Lehre des Wortes Gottes) gieren und durch sie die Kraft empfangen, die bösen Dinge in ihrem Leben zu korrigieren und aufzugeben. Christen streben danach, alles böse und üble aus ihrem Leben auszuräumen. Es ist eben ein Wachstum hin zur Rettung wie Petrus es nennt.

Diese Rettung besteht eben darin, von der Macht der Sünde befreit zu werden, die uns in diesem Leben immer noch unterdrücken will und dazu bringen möchte, zu sündigen. Es geht nicht darum, gut genug zu werden, damit Gott die Zusage unserer Erlösung aufrecht erhält. Es geht darum, nach Heiligung zu streben, WEIL wir errettet sind und eine besondere Motivation haben:

Wir haben die Güte Gottes wirklich geschmeckt! Wenn wir echte Gläubige sind, haben wir durch Gottes große Güte Vergebung empfangen und dürfen nun in unserer fortschreitenden Heiligung feststellen, dass Gott auch weiterhin gütig mit uns ist. Wenn wir sündigen haben wir einen Fürsprecher, Jesus, der gerne vergibt, wenn wir bekennen (1. Johannesbrief). Zudem erzieht uns die Gnade die Gnade, damit wir die weltlichen Begierden verleugnen und heilig und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben (Titus 2). Ist dies nicht alles ein Ausdruck der wunderbaren Güte unseres Gottes. Umso mehr wir von Gottes Güte kosten durften und dürfen, desto stärker wird unser Verlangen danach, ihm wirklich zu gefallen – unser Drang, heilig leben zu wollen wächst.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du geschmeckt, dass der Herr gütig ist? Wenn dies nicht der Fall ist, dann fehlt dir die entscheidende Kraft im Leben, die Sieg über Sünde und Versuchung schenkt: die unendliche Gnade unseres großen Gottes.