Andachten, Gelesen

Zitat: Was ist errettender Glaube?

Spurgeon führte in seinem Leben mehrere große Debatten, in denen er die gute Botschaft gegen andere Gruppen verteidigte. Über diese Debatten schreibt Iain H. Murray in dem Buch „C. H. Spurgeon – wie ihn keiner kennt“. Unter anderem wehrte Spurgeon sich zu seinen Lebzeiten gegen die Aussage, dass Jesus für alle Menschen gestorben sei und der Glaube an diese Aussage als „errettender Glaube“ proklamiert wurde. So sagte er folgende bemerkenswerte und für unsere Zeit vielleicht fremde Wahrheit:

„Wenn ich Botschaften von Erweckungsbrüdern hörte, die wieder und wieder sagten: ‚Glaubt, glaubt, glaubt!‘, habe ich zuweilen gedacht, ich würde gern einmal wissen, was es ist, das wir glauben müssen, um gerettet zu werden. Ich fürchte, in dieser Angelegenheit gibt es viel Unklarheit und Unausgegorenheit. Ich höre oft, wie behauptet wird: Wenn du glaubst, dass Jesus Christus für dich starb, wirst du gerettet werden. Mein lieber Leser, lass dich von solchen Gedanken nicht täuschen. Möglicherweise glaubst du, dass Jesus Christus für dich starb, und möglicherweise glaubst du damit etwas, das nicht wahr ist. Es kann sein, dass du etwas glaubst, das dir überhaupt keinen Nutzen bringt. Das ist nicht der errettende Glaube. Der Mensch, der errettenden Glauben hat, gelangt hinterher zu der Überzeugung, dass Christus für ihn starb, aber das gehört nicht zum Wesen des errettenden Glaubens. Bilder dir das nicht ein, sonst wird es dich zugrunde richten. Sage nicht, ‚Ich glaube, dass Jesus für mich starb‘, und fühle dich aufgrund dessen gerettet. Ich bitte dich zu erinnern, dass der wahre Glaube, der die Seele rettet, als Hauptbestandteil Vertrauen hat – absolutes Ruhen der ganzen Seele in dem Herrn Jesus Christus, dass Er mich rette, ob Er nun insbesondere starb, um mich zu retten oder nicht; und wenn ich mich ganz und allein auf Ihn verlasse, bin ich gerettet. Erst hinterher wächst in mir die Erkenntnis, dass ich einen persönlichen Anteil an dem Blut des Erlösten habe. Wenn ich jedoch meine, das verstanden zu haben, bevor ich an Christus geglaubt habe, dann habe ich die biblische Reihenfolge der Dinge verdreht und das als Frucht meines Glaubens eingenommen, was rechtmäßig nur dem Menschen zusteht, der bedingungslos auf Christus und Christus allein vertraut, dass Er ihn errette.“

Diese Aussage hat mir geholfen, den errettenden Glauben und damit das Evangelium Gottes besser zu verstehen und ich würde mich freuen, wenn es anderen auch so gehen darf.

Quelle des Zitats: „C. H. Spurgeon – wie ihn keiner kennt“ von Iain H. Murray, 2. Auflage 1999, Reformatorischer Verlag Beese, S. 78f.