Andachten

Weltanschauung (1/3): Die metaphysische Sicht

Den Herrn aber, Christus, haltet heilig in euren Herzen. Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist. (1. Petrus 3,15)

Immer öfter treffe ich Christen, die nicht wissen was sie glauben. Dadurch laufen sie in die Gefahr gewisse Dinge, wie Lügen und Halbwahrheiten, ungeprüft aufzunehmen. Sie sind ihrer christlichen Weltanschauung nicht bewusst und können dadurch andere Weltanschauungen nicht damit abgleichen. Als Christ erachte ich es als wichtig dem eigenen Weltbild bewusst zu sein…gerade für die Apologetik. Dadurch kann man auch andere Weltanschauungen von Menschen besser verstehen und gezielter argumentieren. So möchte ich mit dieser Serie einen Wandel bezwecken…ein Wandel von einer unbewussten in eine bewusste (christliche) Weltanschauung.

In der Frage nach der Weltanschauung gibt es meiner Ansicht nach drei wesentliche Hauptpunkte zu bedenken. Diese sind aber eng miteinander verbunden. Separiert voneinander liefern sie keine Antwort auf das Gesamtbild. Je nachdem wie man aber einer dieser Punkte beantwortet, so verändert sich auch die Sicht auf die Anderen.

Der erste Punkt ist die Metaphysik (1/3). Wer ist der Mensch? Diese Frage kann man aber erst beantworten, wenn man die Frage nach Gott vorausbeantwortet. Zuerst also: «Wer ist Gott? (Existiert Er? Wie ist Er? Sein Verhältnis zur Welt/zum Menschen?».

Zweitens die Frage nach der Epistemologie (2/3). Wie kann der Mensch Gott erkennen? Wie kann der Mensch sich selbst erkennen?

Schlussendlich die Frage nach der Ethik (3/3). Wie handelt man richtig? Was ist gut, was ist böse? Gibt es eine objektive Moral? Warum ist gut, gut?

Damit zusammen hängt auch die Frage nach der Soteriologie. Ist der Mensch jemandem Rechenschaft schuldig? Ist der Mensch Hilfs-/Errettungsbedürftig? Was muss der Mensch tun um zu Gott zu gelangen /um gerettet zu werden? Kann der Mensch überhaupt etwas für seine Errettung tun?

Im ersten Teil nun zur Frage nach «wer Gott ist» und «wer der Mensch ist». Bereits diese Frage kann nicht neutral betrachtet werden. Jeder hat bereits einen unterschiedlichen Blick darauf, durch seine Brille der Weltanschauung (bewusst oder unbewusst).

Der Diskussionspunkt dabei liegt also nicht in der Interpretation von Bibelstellen. Der Knackpunkt liegt vielmehr beim kritischen hinterfragen der eigenen «Brille». Annahmen und Vorurteile müssen einem zuerst bewusst sein bevor man Bibelstellen angeht. Ansonsten verfälscht diese Brille die Sicht auf den Bibeltext.

Wer Gott ist, scheint aufs erste «schnell» beantwortet zu sein. Gott ist der, der sich in der heiligen Schrift, der Natur und in Jesus Christus offenbart hat. Gott ist geistlich, persönlich, souverän, heilig, liebevoll, allmächtig, gütig, allwissend, gerecht und barmherzig.  Gott ist ein dreieiniger Gott (Gott Vater, sein Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist). Er ist der Schöpfer der Welt, ist aber nicht von ihr abhängig. Gott hat den Menschen erschaffen. Er liebt und spricht zu uns und wünscht sich eine persönliche Beziehung zu uns (2.Korinther 5,18-20, Offenbarung 21,3-4).

Mit diesem Fundament lässt sich nun auch eine Antwort auf die Frage «Wer ist der Mensch?» bilden. Denn selbst diese Antwort dreht sich im Grunde um Gott. Wir wurden in seinem Bild erschaffen. Der Mensch aber ist, seit dem Sündenfall, durch die Sünde verdorben. Wir existieren, um Gott zu verherrlichen und eine ewige persönliche Beziehung zu ihm zu haben (Jesaja 43: 7; Offenbarung 21: 3-4). Unsere Existenz endet nicht mit dem physischen Tod (Hebräer 9,27).

Auf der Strecke, über unseren Glauben Rede und Antwort stehen zu können, haben wir mit der Klärung der Metaphysik die erste Etappe erreicht. Im nächsten Teil werden wir uns der epistemischen Sicht auf die Weltanschauung widmen.