Andachten

Jesus macht uns zu Geheiligten

Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt; und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit. (Johannes 17,18-19)

Wenn wir durch die Straßen einer Stadt gehen, laufen uns normalerweise ziemlich viele Menschen über den Weg. Schauen wir uns die Personen genauer an, so können wir aufgrund verschiedener äußerlicher Merkmale vielleicht auf Hobbies, Herkunft, Beruf oder Sonstiges schließen. Dabei hilft es natürlich enorm, wenn eine Person entsprechende Klamotten trägt, wie zum Beispiel ein Trikot oder gewisse Arbeitsklamotten, wenn sie etwas mit sich trägt, wie zum Beispiel einen Tennisschläger oder ein Buch oder wenn sie sprechen und man so durch ihre Sprache die Herkunft ausmachen kann. Was mir bisher jedoch noch nicht gelungen ist, war zu erraten, ob eine Person Christ ist oder nicht. Denn ein Christ kann gerne Tennis spielen, er kann Fan eines bestimmten Fußballvereins sein, er kann an verschiedenen Arbeitsplätzen seinen Beruf ausüben und er kann aus jedem Land der Welt kommen. Kurz gesagt: äußerlich unterscheidet sich ein Christ nicht unbedingt von einem Nicht-Christen. Wenn ich einen Christen nicht kenne, dann erkenne ich ihn auch nicht auf die Schnelle als Christen.

Wir Menschen können nun mal nicht direkt in das Herz eines Menschen sehen. Wir sehen erstmal nur den äußeren Menschen.

Es gibt nur einen, der das kann, nämlich Gott. Er kennt jedes Menschen Herz und weiß von jedem Menschen besser Bescheid, als der Mensch selbst von sich Bescheid weiß. Und Gott sieht alle Christen besonders an. Er sieht sie geheiligt an. Denn sie sind geheiligt und zwar durch Jesus Christus. In V.19 sagt Jesus, dass er sich selbst geheiligt hat, sodass seine Nachfolger Geheiligte seien.

Doch was bedeutet dieser Begriff „heilig“ überhaupt? Wenn wir ins Alte Testament schauen, so treffen wir dieses Wort immer wieder an. Israel wird von Gott als heiliges Volk behandelt. Er hat es sich aus allen Völkern erwählt, dass es für ihn abgesondert sei. Es sollte Gott dienen und ihn ehren. Es sollte einen Unterschied zwischen dem geheiligten Volk und den restlichen Völkern geben. Heilig war außerdem der Tempel. Der Tempel galt als Begegnungsort zwischen Gott und seinem Volk. Der Heilige Gott trifft auf sein heiliges, abgesondertes Volk und hat mit ihm Gemeinschaft.

Was wir besonders bei Israel sehen, ist, dass „heilig sein“ kein Qualitätsbegriff, sondern ein Zugehörigkeitsbegriff ist. Denn auch als das Volk Gott ungehorsam war, bestand es immer noch als heiliges Volk Gottes. Das ist wichtig zu verstehen, denn heutzutage ist das nicht anders.

Wir wurden dazu erwählt heilig zu sein (Eph 1,4) und zwar in Christus. Durch Christus, allein durch Christus sind wir dieser Erwählung gerecht geworden. Er hat sich geheiligt, damit wir heilig seien vor oder auch für Gott. Diese Wahrheit nimmt eine enorme Last von unseren Schultern. Denn wir dürfen zum einen wissen, dass „heilig sein“ nicht „perfekt sein“ bedeutet und zum anderen wissen wir, dass es sowieso Jesus ist, der uns bereits zu heiligen gemacht hat. Durch ihn dürfen wir abgesondert für Gott vor Gott stehen und ihm dienen, ihn ehren und errettet sein. Und wir dürfen mit seiner Hilfe darauf hinarbeiten, dass wir von anderen Menschen nicht nur als normale Menschen erkannt werden, sondern tatsächlich als Christen.

Johannes 17 (11/17)