Andachten

Die Geschichte der Schöpfung (6/7): Vom Krieg, der schon gewonnen ist und noch aussteht…

6. Juni 1944 – Der Tag, der in der Geschichte unter dem Namen „D-Day“ bekannt ist. Vor gut 75 Jahren landeten an eben diesem Datum die Alliierten an der Normandie. Die Ankunft der (für Deutschland) feindlichen Truppen sollte den Ausgang des Krieges ein für alle Mal besiegeln. Es gab ab diesem Datum keinen Zweifel mehr daran, dass die Deutschen diesen Krieg verlieren würden. In gewissem Sinne war der Krieg „vorbei“.

Doch würden wir die militärischen Kampfeinheiten von damals befragen, so begann für sie der Kampf in seiner ganzen Heftigkeit erst richtig loszulegen. Sturmangriffe mussten noch ausgeführt, Kriegs-Befehlen musste noch Folge geleistet, Menschenblut musste noch vergossen und der letztendliche Sieg noch errungen werden. Und dann kam endlich der Tag: „V-E-Day“ (Victory in Europe Day), 08.05.1945, der das Ende des Zweiten Weltkrieges markierte.

Was genau hat das mit der Geschichte der Schöpfung zu tun? Nun ganz einfach: Die sogenannte neue Schöpfung, die wir alle mit aller Herzenssehnsucht erwarten (2. Petr 3,13) lässt noch auf sich warten. Wir sind noch auf einer unvollkommenen Welt, so viel ist sicher. Gleichzeitig gilt trotz allem, dass die neue Schöpfung schon da ist. In Christus sind wir Christen eine neue Schöpfung (2. Kor 5,17). Die Verheißung, dass Gott uns ein neues Herz geben will, ist bereits in Erfüllung gegangen (vgl. Jer 31,31-34 u. Hebr 8,8-12). Und auch das neue Jerusalem, das einerseits im Himmel noch auf uns wartet (Offb 21) ist bereits ein Ort, an den wir gemäß dem Hebräerbriefschreiber immer wieder kommen (Hebr 12,22).

Die neue Schöpfung ist „schon jetzt“ da aber gleichzeitig auch noch nicht. Wir sind eine neue Schöpfung und doch wissen wir, dass in uns immer noch das alte Herz zum Vorschein kommt. Wir werden Heilige genannt (Eph 1,2) und sollen nichtsdestotrotz der Heiligung nachjagen (Hebr 12,14). Dieses „schon-jetzt-noch-nicht“ Prinzip wird dir in den verschiedensten Situationen helfen, besser nachvollziehen zu können, was gerade los ist.

Wenn du dich fragst, wieso du zum abermillionsten Mal diese eine Sünde einfach nicht lassen kannst, dann sei gewiss: du bist eben auch „noch nicht“ heilig und musst dieser Heiligung ständig nachjagen. Solltest du dich immer schon mal gefragt haben, warum die christliche Gemeinschaft doch nicht so „krass“ ist, wie du es dir vielleicht oft wünscht – das ist ganz selbstverständlich: Das Prädikat „Sünder“ klebt eben doch noch an jedem Christen dran.

Aber gleichzeitig hilft dir dieses Prinzip, zu schätzen in welcher Zeit du lebst und was für einen Status du hast. Du bist ein Heiliger (oder besser: Geheiligter), dem es möglich ist, heilig zu leben. Wir erleben als Christen jetzt bereits die Kräfte der zukünftigen Weltzeit (Hebr 6,5). Wir sind schon „mitversetzt in die [himmlischen] Regionen“ (Eph 2,6) auch wenn wir noch nicht im Himmel angelangt sind.

Der Kampf ist gewonnen. Das endgültige Urteil steht unwiderruflich fest. Christus hat Satan besiegt. Der Stärkere (Christus) hat den Starken (Satan) gebunden (Mt 12,29). Dennoch müssen wir einen Wettlauf laufen (Hebr 12,1-3), den Glauben bewahren (2. Tim 4,7) und den guten Kampf kämpfen (2. Tim 4,7; Eph 6,10-20). Lasst uns doch heute neu diese Tatsache begreifen: Ein Krieg steht uns noch bevor – aber Christus, der Sieger, hat ihn bereits gewonnen!