Andachten

Der fähige Diener Gottes (1/6)

Heute und in den nächsten fünf Wochen möchte ich einige Gedanken von John MacArthur weitergeben, zu den Anforderungen an einen Lehrer, ausgehend aus einem Text, aus dem 2. Korintherbrief. Paulus selber äußerte diese Punkte, da er selber als Diener Gottes von den falschen Propheten in Korinth beschuldigt wurde, ein falscher Prophet zu sein. Deshalb verteidigte er sich vor diesen Feinden und erklärt, was einen wirklichen fähigen Diener Gottes ausmacht. Mögen diese Gedanken uns dabei helfen, zum einen zu verstehen, was für ein unglaublich herausfordernder Dienst der Lehrdienst ist und wie viel Gebet besonders diese Menschen brauchen. Zudem sind einige dieser Punkte auch sinnvoll für alle Christen, die irgendeinen anderen Dienst ausführen, um sich selber zu prüfen, wie man in diesem Dienst steht.

Mehr als jede andere Berufung erfordert der pastorale Dienst die besten, geistlich qualifiziertesten und fähigsten Männer. Der Maßstab liegt aus vielerlei Gründen sehr hoch: weil die geistliche Dimension des Lebens wichtiger ist als die physische; weil es anstrengender ist, Gott zu dienen, als jedem anderen; weil sein Reich und seine Herrlichkeit auf dem Spiel stehen; und weil die Arbeit seiner Diener einer strengeren Beurteilung unterliegt (Hebr 13,17; Jak 3,1).

Die Anforderungen des Dienstes sind so entmutigend, dass Paulus die rhetorische Frage stellte: »Und wer ist hierzu tüchtig?« (2Kor 2,16). Wer ist fähig, die enorme und ewigkeitsrelevante Pflicht auf sich zu nehmen, das Wort Gottes zu predigen und das Volk Gottes zu führen? Paulus beantwortet diese Frage in der vor uns liegenden Textstelle: »Unsere Tüchtigkeit kommt von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat«(3,5-6). Nur die Menschen, die Gott in seinen Dienst beruft, denen er Gaben dazu gibt und sie befähigt, können diese Aufgabe bewältigen. Selbst ernannte Diener sind unzulänglich und unfähig. Paulus war ein fähiger Diener, weil Gott ihn bestimmt hatte, das Evangelium zu predigen. In Apostelgeschichte 26,16 erzählt er, wie Gott zu ihm gesprochen hatte: »Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zum Diener und Zeugen zu bestimmen.« Den Ephesern schrieb er: »… dessen Diener ich geworden bin gemäß der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben ist nach der Wirkung seiner Kraft« (Eph 3,7). Im ersten Kapitel des Kolosserbriefes erklärt Paulus zweimal: »… dessen Diener ich, Paulus, geworden bin« (V. 23.25). An Timotheus schrieb er: »Und darum danke ich dem, der mir Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unserem Herrn, dass er mich treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat. … Ich wurde als Verkündiger und Apostel eingesetzt – ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht –, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit. … Ich bin als Verkündiger und Apostel und Lehrer der Heiden eingesetzt worden« (1Tim 1,12; 2,7; 2Tim 1,11).

Paulus sprach diese Dinge an, weil seine Kompetenz als Diener Gottes von den falschen Aposteln in Korinth unerbittlich angegriffen wurde.

In seiner Verteidigung führte Paulus fünf Kennzeichen eines fähigen Dieners Jesu Christi auf – sie alle veranschaulichte er in seiner eigenen Person. Einen fähigen und effektiven Diener Gottes erkennt man an diesen fünf Punkten: seinem anerkannten Ruf für Gottesfürchtigkeit; seiner Brauchbarkeit, um das Leben anderer zu verändern; seinem Vertrauen in seine Berufung; seiner demütigen Abhängigkeit von der Kraft Gottes; und seiner Botschaft vom Neuen Bund.